Der Platz am Datteröder Kirchhain ist kulturhistorisch bedeutend und jetzt aufgewertet

Hier sollen die Besucher einen Moment innehalten, um nachzudenken: Der Platzes am Kirchrain in Datterode wurde vom Heimatverein hergerichtet. Foto: Weber

Datterode. Rein optisch sieht er nun viel hübscher aus, der Platz am Kirchrain in Datterode, doch mit neuer Bepflasterung, bepflanzten Rainen und einem Rosenbogen soll er mehr sein als nur ein Blickfang.

Dem Heimatverein Datterode geht es vor allem darum, kulturhistorische Plätze für die Nachwelt zu erhalten.

Hier sollen die Besucher einen Moment innehalten, um nachzudenken. Im wörtlichen Sinne also und mit dem Imperativ versehen, ein „Denk Mal“. Denn Thomas Beck, Vorsitzender des Heimatvereins, weiß: „Wer sich der Geschichte bewusst ist, kann auch Zukunft gestalten.“ So ist der neu gestaltete Kirchrain in Datterode mit Symbolik aufgeladen. Zwei historische Grabsteine sollen zur Reflektion über die Vergänglichkeit einladen. Denn hier, an der Keimzelle des Dorfes wurde bereits vor wenigstens 5000 Jahren gesiedelt, wie der Fund von vorgeschichtlichen Steinwerkzeugen nahelegt. Später war der Ort unterhalb der mittelalterlichen Kirche vielleicht ein Kult-, in jedem Fall aber Versammlungs- und Gerichtsplatz des Dorfes.

„Wenn man also innehält, könnte man hier vielleicht auch noch den Rat der Bäume - wenn man ihn zu hören vermag - erhalten“, sagte Thomas Beck. In Person einer Skulptur wacht seit 2011 Martin Luther über den Platz und gibt damit Zeugnis von der religiösen Auseinandersetzung am Ausgang des Mittelalters. Zu seinen Ehren wurde eine weiße Kletterrose angepflanzt, die im Wappen Luthers gezeigt wird. Neu ist auch die solide ausgeführte Teppe aus indischem Sandstein, die nun anstelle der älteren Waschbetontreppe den Aufgang zur Kirche bildet. Sie schlägt sozusagen den Bogen in die Zukunft, denn das robuste Material ist so angelegt, dass es die nächsten 500 Jahre gut und gerne überdauern kann.

Bürgermeister Klaus Fissmann dankte den ehrenamtlichen Helfern, die insgesamt rund 800 Arbeitsstunden investierten, allen voran Heiko Beck, Harald Eifler und Philipp Hartmann, weitere Arbeiten wurden von der Familie Scholz aus Netra und der Schlosserei Rabe sowie den Mitarbeitern des Bauhofs erledigt. An der Feierstunde nahmen auch Ellen Gilfrich-Salomon und ihre Familie teil. Sie ist eine Nachfahrin der Familie Bierschenk, aus der auch die Datteröder Pfarrerin Gertruda Jacobi entstammte, der die historische Grabsäule gewidmet ist. Die Feier endete mit einem leckeren, von Bürgermeister Fissmann gestifteten Bratwurstessen im Heimatmuseum.

Von Kristin Weber

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