Kirche ist herausgeputzt

Sanierung der Datteröder Kirche ist abgeschlossen

Datterode. Wer die Kirche in Datterode betritt, braucht Zeit. Zeit, um die wertvollen Wandmalereien als einzigartigen Schatz der Region auf sich wirken zu lassen, und Zeit, um deren Detailreichtum in sich aufzunehmen. Doch wer dem Charme dieses Gotteshauses einmal erlegen ist, den lässt seine Geschichte nicht mehr los.

Damit jedoch ist der Besucher in guter Gesellschaft: Auch Gerd Weiß, ehemaliger Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, lockten die Malereien, Zeugen der jahrhundertealten Kultur der Kirche, in den Ringgauer Ortsteil und faszinierten ihn nachhaltig; ja sogar bis nach Berlin auf dieEbene der Bundespolitik strahlte die Wirkung des Gotteshauses aus – und dass die Stiftung Denkmalpflege auf das Datteröder Projekt aufmerksam wurde, erscheint im Nachgang nur logisch.

Sechs lange Jahre der Sanierung liegen hinter der Datteröder Kirche; eine mindestens sechsstellige Summe haben die Arbeiten verschlungen. „Dazu kommen der Mut und die Tatkraft der Menschen aus unserer Gemeinde, die unendlich viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert haben“, sagt Heidi Führer, Vorsitzende des Kirchenvorstands in Datterode.

Mit viel Feingefühl

Nun ist das Projekt abgeschlossen, das einst durch die Studentinnen Stefanie Petersen und Julia Tomiatti angestoßen wurde. Im Zuge ihrer Abschlussarbeit hatten die angehenden Restauratorinnen alle Wandmalereien des Gotteshauses erfasst, sich gleich selbst zweier Werkstücke angenommen – und den Wert der Arbeiten aus dem 15. Jahrhundert erkannt.

Das Projekt ist abgeschlossen: (von links) Heiko Brill, Heidi Führer und Georg Schmidt zeigen sich begeistert vom Ergebnis. Foto: Spanel

Diese waren nicht nur stark übermalt, sondern in den 1960-er Jahren noch dazu mit einem Überzug aus Kasein, einem organischen Bindemittel, versehen worden und zuletzt zu regelrechten Schmutzfängern verkommen. „Die Restauration der Fresken war die Voraussetzung für die sich anschließende Vollsanierung der Kirche“, sagt der Kirchenälteste Georg Schmidt.

Gemeinsam schrieben die damalige Pfarrerin Katrin Schröter und die Mitglieder des Kirchenvorstands „jegliche finanzielle Quelle an, bis die Finanzierung des Großprojekts stand“, sagt Führer. Sowohl das Kreiskirchen- als auch das Landeskirchenamt seien stets an ihrer Seite gewesen. Mit viel Feingefühl wurde anschließend renoviert und restauriert. „Architekten und Handwerker haben es verstanden, die wertvollen Wandarbeiten in den Mittelpunkt zu rücken“, sagt Heiko Brill vom Kirchenvorstand.

• Zur Einweihung der renovierten Kirche in Datterode findet am Sonntag, 25. September, ab 15 Uhr ein Festgottesdienst statt. Die Predigt hält Pröpstin Katrin Wienold-Hocke.

Von Emily Spanel

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