Schnelle Hilfe im Notfall

Modellprojekt „Freiwilligen-vor-Ort-System“ wird weiterentwickelt

Offen für Wünsche und Ideen: Im Café Landlust trafen sich Akteure und Interessierte, um das Pilotprojekt Freiwilligen-vor-Ort-System in Rambach weiterzuentwickeln. Foto: Sonja Berg

Rambach. Seit dem vergangenen Herbst ist Weißenborns Ortsteil Rambach das bundesweit einzige Dorf, in dem das Pilotprojekt Freiwilligen-vor-Ort-System (FvOS) an den Start geht. Noch bis September 2018 soll in dem Projekt eine Nachbarschaftshilfe organisiert werden, damit die kleine Ortschaft im Notfall bestens aufgestellt ist.

Geleitet wird das Projekt durch das Regionalmanagement Nordhessen. Jüngst trafen sich nun Akteure mit Interessierten im Café Landlust, um die weitere Vorgehensweise zu planen. „Bereits im Jahr 2012 haben wir das Projekt in Rambach vorgestellt und erste Ideen gemeinsam entwickelt“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Die Ergebnisse seien mittlerweile umfassend geprüft und die Weiterentwicklung über ein Förderprogramm bewilligt worden.

Netzwerk entwickeln 

Im Freiwilligen-vor-Ort-System soll die Versorgung von pflege- und hilfsbedürftigen Menschen im Krisen- und Katastrophenfall gesichert werden.

„Eine solche geregelte Versorgung ist nach schweren Unwettern oder Katastrophen verschiedener Ausmaße vielerorts nicht gesichert“, so Mäurer. Aber nicht nur im Katastrophenfall soll die Nachbarschaftshilfe greifen: „Oft reicht auch ein Blitzeis, und der Pflegedienst kommt nicht mehr in den Ort.“ Auch für solche Fälle solle ein Netzwerk mit Ansprechpartnern aufgebaut werden“, sagt Bettina Ungewickel vom Regionalmanagement Nordhessen.

Wie man genau vorgehen will, soll in den kommenden Monaten gemeinsam mit den Bewohnern des Ortes erarbeitet werden. „Dafür müssen wir erst einmal wissen, was sich die Rambacher wünschen und wie sie sich Hilfe im Notfall vorstellen“, so Ungewickel. „Das Gute ist, dass wir in so einem kleinen Ort noch die Strukturen für Nachbarschaftshilfe haben. Diese wollen wir nachhaltig in den Fokus stellen“, sagte Dr. Rainer Wallmann, erster Kreisbeigeordneter des Werra-Meißner-Kreises.

Das Freiwilligen-vor-Ort-System soll als Ergänzung zu den Grundstrukturen gesehen werden und soll einen Nutzen für die Menschen vor Ort bringen.

• Am Mittwoch, 29. Juni, findet das nächste Treffen im Café Landlust statt. Los geht es um 19 Uhr. Die Rambacher sollen sich diesen Termin vormerken und ihre Ideen einbringen, damit das Modellprojekt nach ihren Wünschen entwickelt werden kann.

Von Sonja Berg

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