Verurteilter Mann aus Pakistan darf nicht zurückkehren

Weißenborn: Eltern protestieren gegen Sex-Täter im Dorf

Weißenborn. Der wegen sexuellen Missbrauchs und Exhibitionismus verurteilte 26 Jahre alte Mann aus Pakistan darf nicht in die Gemeinschaftsunterkunft nach Weißenborn zurückkehren. Das hat die Stabstelle Migration des Landkreises nach Protesten der Eltern und von Bürgermeister Thomas Mäurer entschieden.

Der Mann hatte gestanden, im Linienbus nach Weißenborn blank gezogen zu haben. „Es waren wohl auch Schüler von hier mit in dem Bus“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Ihn habe die Entscheidung „schockiert“. „Man kann doch einen Straftäter nicht zurück an den Ort des Verbrechens bringen“, sagt er. Kurz nachdem der Artikel zu dem Verfahren in unserer Zeitung veröffentlicht wurde, hätten viele besorgte Eltern bei ihm angerufen. „Die haben mich gefragt, wie so etwas möglich ist, und Bedenken geäußert, ob ihre Kinder im Bus sicher sind“, sagt Mäurer.

Mäurer war überrascht: „Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass der Mann wieder herkommt.“ Nach einigen Telefonaten sei er mit dem Kreis übereingekommen, dass der 26-jährige Pakistani unter diesen Umständen nach der Untersuchungshaft nicht in Weißenborn leben könne. Als dieser am Freitag mit Betreuern vor dem Bürgermeisteramt in Weißenborn stand, ist die Entscheidung gefallen. „Ich will den Kreis in Schutz nehmen. Er musste schnell handeln, und wir haben die Angelegenheit dann fix und vernünftig geklärt“, sagt Mäurer.

Kreissprecher Jörg Klinge erklärt, dass die Wahl wieder auf Weißenborn fiel, weil Plätze in Gemeinschaftsunterkünften mit ausschließlich männlichen Bewohnern knapp seien. Nachdem Bürgermeister Mäurer Ängste und Unmut der Dorfbewohner schilderte, habe man den Flüchtling anderswo untergebracht. „Um die Lage nicht eskalieren zu lassen“, sagt Klinge. Die Stabstelle Migration strebe nun eine Beschleunigung des Asylverfahrens an.

Hintergrund:

Zu einer Haftstrafe von elf Monaten auf Bewährung ist der 26-Jährige vergangene Woche verurteilt worden. Er gestand sexuellen Missbrauch, Exhibitionismus und Erschleichung von Leistungen. Zum Zeitpunkt seiner ersten Tat lebte er in Eschwege. Er berührte eine Vierjährige am Oberschenkel und im Genitalbereich. Danach sollte er in die Gemeinschaftsunterkunft nach Weißenborn verlegt werden. Auf der Fahrt dorthin öffnete er im Linienbus nahe Wanfried seine Hose und berührte seinen Penis. Er setzte sich in die Reihe zu einem 16-jährigen Mädchen. Vor der Untersuchungshaft lebte der Mann in Wichmannshausen, Eschwege und Weißenborn.

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