Versorgung sichern im Katastrophenfall

Rambach. Als bundesweit erste und bisher einzige Region wird Nordhessen im Rahmen eines Modellprojekts ein Konzept entwickeln, um die Versorgung pflege- und hilfsbedürftiger Menschen im Katastrophenfall zu sichern.

Eine solche geregelte Versorgung ist nach schweren Unwettern, wenn zum Beispiel Orte durch Hochwasser, starke Schneefälle oder den Folgen von Orkanen nicht mehr erreichbar und auf sich gestellt sind, derzeit vielerorts nicht gesichert. Das ergab eine wissenschaftliche Untersuchung des nordhessischen Verbundprojekts Klimzug, an dem das Regionalmanagement Nordhessen und die Hochschule Fulda beteiligt sind. Das teilte Pressesprecher Jörg Klinge vom Werra-Meißner-Kreis mit.

Da sich im Katastrophenfall Technisches Hilfswerk, Rettungsdienste und Feuerwehren nicht um die regelmäßige Versorgung Pflege- und Hilfsbedürftiger kümmern können, muss die Versorgung vorübergehend durch andere Personen aus den jeweiligen Orten gewährleistet werden. Diese freiwilligen Helfer sollen zusammen mit ambulanten Pflegediensten entsprechend geschult und in die Lage versetzt werden, im Notfall die Versorgung der pflege- und hilfsbedürftigen Personen selbstständig sicherzustellen.

Als Pilotgemeinde, in der dieses Konzept der „verlässlichen Nachbarschaftshilfe“ erstmals umgesetzt werden soll, wurde - aufgrund seiner Lage und der Infrastruktur - der Ort Weißenborn-Rambach im Werra-Meißner-Kreis ausgewählt. Das 230-Seelen-Dorf liegt abgeschieden in einem Talkessel, ist vier Kilometer vom Verwaltungssitz Weißenborn und 16 Kilometer von der Kreisstadt Eschwege entfernt.

„Hier sollen zunächst einmal alle pflege- und hilfsbedürftigen Menschen zentral erfasst werden, damit im Notfall bekannt ist, wer überhaupt Hilfe benötigt“, erklärt Bettina Ungewickel, Projektleiterin beim Regionalmanagement Nordhessen. In Zusammenarbeit mit Dr. Rainer Wallmann (Grüne), dem Vize-Landrat des Werra-Meißner-Kreises, und weiteren Experten werden gemeinsam weitere Strategien und Handlungsoptionen erörtert.

Wenn das Projekts in Rambach umgesetzt ist, sollen weitere nordhessische Kommunen, in denen es bei großen Unwettern aufgrund ihrer Lage und eventuell mangelhafter Infrastruktur zu Versorgungsproblemen kommen könnte, folgen. (sff)

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