Kunden fühlen sich unzureichend informiert

VR-Bank schließt Geschäftsstelle in Netra

Netra. Die Kunden der VR-Bankfiliale im Ringgauer Ortsteil Netra müssen sich ab sofort umstellen: Die Außenstelle wurde zum Wochenbeginn geschlossen.

Und das „klammheimlich“, wie Nutzer gegenüber unserer Zeitung bemängeln: Lediglich ein Informationsschild, mit dem vorher Produkte der VR-Bank beworben wurden, sei aufgestellt worden. „Wohl in der Hoffnung, dass der Kunde es nicht richtig wahrnimmt und keine unangenehmen Fragen stellt“, heißt es in einer E-Mail, die der Werra-Rundschau vorliegt.

Zur Verfügung stehen den Netraer Bankkunden weiterhin die Geldautomaten. Wer aber beispielsweise einen Überweisungsträger abgeben möchte, muss nun eine andere Geschäftsstelle aufsuchen – etwa die im 13 Kilometer entfernten Reichensachsen.

Stefan Fross

Gerade für ältere Menschen, die eingeschränkt mobil sind, kann das zur Herausforderung werden. „Auch ich habe in solchen Fällen Bauchweh“, sagt Stefan Fross, Vorstand der VR-Bank Werra-Meißner. Dennoch müsse hier betriebswirtschaftlich gedacht werden: In der Hauptsache werde in einer kleinen Filiale wie Netra Bargeld abgehoben, und diese Möglichkeit bleibe auch weiterhin bestehen. „Der Servicestandort im Ringgau wurde in der Vergangenheit einfach zu wenig frequentiert“, sagt Fross.

Auch sei absichtlich nicht früher über die Schließung der Geschäftsstelle informiert worden: „In der Vergangenheit haben wir die Erfahrung gemacht, dass Mitarbeiter von aufgebrachten Bürgern dann regelrecht bedroht wurden“, sagt Fross. Die kurzfristige Ankündigung sei eine reine Schutzmaßnahme. „Ich muss mich vor meine Mitarbeiter stellen“, sagt das Vorstandsmitglied.

Wer sich beschweren wolle, so Fross, solle sich im Zweifel lieber an ihn wenden – „doch ich selbst habe noch nicht eine einzige negative Rückmeldung erhalten.“

Von Emily Spanel

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