Ehrenamtliches Engagement ist in der Gemeinde stark ausgeprägt

Weißenborn: Gemeinsam für die Heimat

Blick auf Weißenborn: Die Gemeinde besticht durch ihre herrliche Lage zwischen Graburg und Schlierbachswald. Auf zahlreichen Wanderwegen rund um Weißenborn erkunden Einheimische und Touristen mit Vorliebe die Gegend. Foto:  Stück/Archiv

Weißenborn. Am 6. März werden die neuen Kommunalparlamente in Hessen gewählt. Die Werra-Rundschau wird in den kommenden Ausgaben bis zur Wahl alle Städte und Gemeinden des Altkreises vorstellen. Heute: Weißenborn.

Die Gemeinde Weißenborn lebt von dem Engagement ihrer Einwohner. Wo durch strenge Schutzschirm-Sparzwänge das Geld fehlt, springen die Ehrenamtlichen ein: So verschönern etwa die Senioren der Männerwerkstatt mit Feuereifer den Ort, halten gemeinsam Wanderwege, Schutzhütten, Sportplatz- und Freizeiteinrichtungen der Gemeinde instand, fertigen Wegeschilder an oder mähen Rasen.

Analyse: Zu oft gespalten

Brauchen Gemeindemitglieder Hilfe, werden spontan Arzt- oder Einkaufsfahrten organisiert, Straßen gekehrt oder Schnee geschoben. Ebenso haben sich freiwillige Helfer zusammengeschlossen, um den Flüchtlingen in den beiden Weißenbörner Unterkünften Sprachunterricht und regelmäßige Bewegung zu ermöglichen; und das Bürgermobil, das zwischen den Gemeinden Weißenborn und Ringgau verkehrt, entwickelt sich mehr und mehr zum hoch frequentierten Erfolgsmodell.

 „Der Zusammenhalt im Ort stimmt“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Das sei auch bitter nötig, denn der Druck, der auf der kleinsten Gemeinde des Werra-Meißner-Kreises lastet, wird stetig höher. Die Auswirkungen des Schutzschirms und des Kinderförderungsgesetzes etwa müssen verkraftet werden. Über größere Gewerbeansiedlungen verfügt Weißenborn nicht. „Für Investitionen bleibt nur wenig Spielraum“, sagt Mäurer und warnt: „Zu einem Stau selbiger darf es aber nicht kommen.“

Potenzial für die finanzielle Entlastung der Gemeinde sieht Mäurer noch im Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit. Die Grundsteine hierfür sind bereits gelegt: Eng mit den Nachbarkommunen verknüpft sind die Bereiche Standesamt, EDV und Gemeindekasse. Erst kürzlich beschlossen wurde nach hitziger Diskussion der Gemeindevertreter die Anpassung der Grundsteuern A und B auf 500 Prozent. Zähneknirschend zwar – aber wohl alternativlos, will Weißenborn die Schutzschirmziele erreichen.

Von Emily Spanel

Kommentare