100 Jahre TSV Netra: Vorstandsteam fordert Mitglieder auf, sich auch künftig verstärkt einzubringen

„Provinzverein“ stiftet Identifikation

Thorsten Lentschig, Günther Friess, Frank Jakobi, Peter Giese und Holger Eitzert erhielten den Ehrenbrief des hessischen Fußballverbandes. Fotos:Salewski  

Netra. Am Anfang stand ein Bekenntnis: „Ja, wir sind ein Provinzverein“, sagte Vorstandssprecher Thomas Diehl bei der Begrüßung der Gäste des Festkommers zum 100-jährigen Bestehen des Turn- und Sportvereins Netra. Vor allem sei es ein hohes Maß an Identifikation, das der Verein biete.

„Wir alle sind der TSV“, so Diehl, „wir wollen auch weiterhin gemeinsam dafür sorgen, dass unser Verein noch lange bestehen kann, denn damit tun wir gleichzeitig auch was für uns. Ohne unseren Vereine gäbe es hier kein so gutes und günstiges Sportangebot, keine solche Gemeinschaft und damit auch ein Stück weniger Heimat.“

Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann gratulierte zuerst: „Der Verein ist aus unserer Gemeinde nicht wegzudenken“, so Fissmann, „hier ist vor allem in den vergangenen vier Jahrzehnten sowohl auf sportlicher, kultureller als auch auf gesellschaftlicher Ebene wertvolle Arbeit geleistet worden.“ Zwei Namen hob er bei seiner Ansprache hervor: Rudolf Homeier und Hans-Georg Schäffer hätten sich als Vorsitzende in besonderer Weise eingebracht, mit Herzblut, Idealismus und aller Kraft für ihren TSV gelebt. Die Landtagsabgeordneten Dieter Franz (SPD) und Dirk Landau (CDU) gratulierten ebenso herzlich wie launig und überreichten sogenannte Flachgeschenke.

Horst Hartmann vom Sportkreis Werra-Meißner machte deutlich, dass es für den TSV Netra darum gehe, frühzeitig die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen und sich insbesondere um die Nachwuchsarbeit zu kümmern.

Magdalena Weidner und Ilse Götting waren vom Turngau Werra gekommen und unterstrichen die Tatsache, dass der TSV Netra zwar heute vor allem für den Fußball bekannt sei, aber historisch „vom Turnen“ komme. Für die Netraer Vereine sprach der stellvertretende Ortsvorsteher Erwin Kniese.

Kreisfußballwart Horst Schott dankte allen, die das Vereinsschiff 100 Jahre lang am Leben gehalten hätten. Allerdings befürchtet er, dass die geplante Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem SSV Rambach dazu beitragen könnte, die Identifikationskraft des TSV Netra zu schmälern. Er hatte auch fünf Ehrungen im Gepäck: Der Ehrenbrief des hessischen Fußballverbandes ging an Thorsten Lentschig, Frank Jakobi, Holger Eitzert und Peter Giese, die sich in verschiedenen Funktionen für den Verein eingebracht haben und dies auch noch immer tun. Bereits seit über 50 Jahren ist Günther Friess mit Leib und Seele für den TSV da. Er war aktiver Spieler und engagierte sich drei Jahrzehnte lang auch im Vorstand. Er bekam dafür die Ehrennadel in Bronze.

Pfarrerin Andrea Kaiser schloss die Grußworte ab und erinnerte daran, dass es beim Sport nicht allein um das Siegen gehe, sondern auch darum, der Seele was Gutes zu tun. (ms)

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