Thomas Beck und Karl Kollmann zeichnen Geschichte der Datteröder Juden nach

Sukkah-Tür geht um die Welt

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Sie haben die Spuren und Wege der Datteröder Juden zurückverfolgt: Thomas Beck und Dr. Karl Kollmann.

Datterode. Über 33 000 Dollar hat die Sukkah-Tür aus Datterode bei einer Auktion in New York eingebracht. Heute steht sie in der Privatsammlung einer bekannten jüdischen Familie in Berlin.

Wie Thomas Beck, Vorsitzender des Heimatvereins, gestern während eines Vortrags zu Spuren und Wegen der Datteröder Juden deutlich machte, habe es ihn viel Zeit und Kraft gekostet, das herauszufinden. Über viele Monate hinweg habe er recherchiert, um nachzuvollziehen, was mit der Laubhüttentür geschehen war. Sie gehörte einst in den Besitz einer der beiden großen jüdischen Familien des Dorfes.

Die Löbensteins gehörten genau wie die Pfifferlings zu jenen Juden, die bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten über Generationen hinweg im Ringgau gelebt hatten. Gerade auch anhand ihres Schicksals zeichneten Thomas Beck und Eschweges Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann exemplarisch die Geschichte der Juden in Datterode nach. Vor allem die Tatsache, dass die Juden gerade im Kaiserreich und auch noch während der Weimarer Republik gesellschaftlich integriert und angesehen waren, betonte Thomas Beck dabei immer wieder, „die jüdischen Mitbürger engagierten sich in der Feuerwehr, in der Gemeindevertretung und standen darüber hinaus auch im Ersten Weltkrieg für Deutschland an der Front.“ Die zahlreichen Gäste, die sich in der alten Schule in Datterode versammelt hatten, erfuhren aber auch von den Anfängen der jüdischen Geschichte in Datterode, die Dr. Karl Kollmann aufbereitet hatte.

So tauchte im Jahre 1683 zum ersten Mal ein jüdischer Name in den Verwaltungsakten auf, anhand derer sich auch ein recht genaues Bild über die Tätigkeiten der Juden machen lässt, die zumeist als Händler ihr Geld verdienten. Bis in die Zeit des Nationalsozialismus hinein reichte der interessante und detailreiche Vortrag. Demnach konnten sich nicht alle jüdischen Bürger aus Datterode durch Flucht und Emigration retten, viele von ihnen fanden den Tod in Konzentrationslagern und Ghettos.

Durch seine Recherchen konnte Thomas Beck bereits einige Nachfahren von Datteröder Juden ausfindig machen, mit dener er regelmäßig im Austausch steht. (ms)

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