Neue Serie: Wir begleiten heimische Landwirte durch das Jahr

Sontraer Milchbauer Torsten Krause pflanzt Mais an

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Verfüttert das an seine Kühe, was er Monate zuvor ausgesät hat: Zwischen Mitte April und Mitte Mai sät der Milchbauer Torsten Krause aus Sontra Mais aus. Geerntet wird der frühestens Ende August, verarbeitet wird es zu Futter. 

Dass Kühe nicht lila sind, wissen die meisten Bewohner des Kreises noch. Dennoch haben auch im ländlichen Raum immer weniger Menschen Bezug zur Landwirtschaft. In Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband begleiten wir deshalb in unserer Serie die heimischen Landwirte durchs Jahr und erklären, welche Arbeiten gerade anfallen.

Sontra. Optimal, sagt Torsten Krause, ist eine Bodentemperatur von acht Grad. Dann keimt das Saatgut besonders schnell, weshalb er seine Felder derzeit auch bestellt: Auf seinen insgesamt 27 Hektar (das sind ungefähr 54 Fußballfelder) sät er derzeit Mais aus. „Das passiert immer jetzt um diese Jahreszeit, je nach Wetter mal schon Mitte April, mal auch erst Mitte Mai.“

Der Milchbauer aus Sontra lässt dabei von einem Lohnunternehmen aussäen, weil das dafür benötigte Gerät speziell und dadurch teuer ist: „Das Saatgut wird dann in eine Tiefe von vier bis sechs Zentimetern gebracht.“ Bevor die kleinen Körner in die Erde kommen, wurde schon eine Schicht Dünger eine Etage tiefer verteilt, damit die Pflanzenwurzeln später gut wachsen.

Gut drei bis vier Wochen kann Krause seine Pflanzen, die er später als Futter an seine Kühe verteilt, in Ruhe lassen und sich um seine 110 Kühe kümmern sowie das Gras auf seinen vielen Wiesen mähen - wenn die Wildschweine kein leckeres Mahl wittern und die Saatkörner alle eines nach dem anderen wieder aus der Erde holen und verspeisen würden. „Dieses Jahr geht es Gott sei Dank, aber die Tiere können schon massiven Schaden anrichten“, weiß der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Torsten Möller, der ebenfalls Mais anbaut. Viele Kollegen würden ihre Felder deshalb umzäunen.

Schäden durch Wildschweine

Konnte die Saat ungestört von hungrigen Wildschweinen wachsen, wird, wenn an der Pflanze zwei bis drei Blätter zu sehen sind, gegen das Unkraut vorgegangen. „Und dann muss man eigentlich nur noch warten, bis man die Pflanzen ernten kann“, sagt Krause. Einige seiner Kollegen, die vor der Saat nicht genug Gülle ausfahren konnten, helfen zwischenzeitlich noch mit Stickstoff nach: „Das müssen wir aber nicht machen, wir haben genug Gülle, die vollkommen von der Maispflanze aufgenommen wird.“ Gibt es einen heißen und trockenen Sommer, könne die Pflanze schon Ende August ausgewachsen sein, lieber sei dem Milchbauern allerdings Ende September bis Ende Oktober: „Dann sind die Kolben erst richtig groß.“

Mit einem Maishäcksler werden die dann zerkleinert und mit einem sogenannten Corn-Cracker werden die Körner dann noch gespalten. „Nur so können die Kühe die Stärke aufnehmen“, erklärt Krause. Bis zu einem Jahr wird der zerstückelte Mais fachmännisch aufbewahrt: „Die Silage wird so stark zusammengepresst, dass es keine Luftlöcher mehr gibt, weil die zu einer Fehlgärung führen würden.“ Dann könne sie nicht mehr an die Kühe verfüttert werden.

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