Sontra: Ex-Lehrer kritisiert Umzug der Regenbogenschule

Will den Umzug der Regenbogenschule verhindern: Diethelm Schilling engagiert sich im Förderverein der Grundschule und lobt deren Ausstattung, wie hier im Bild ein Klettergerüst. Foto: Künemund

Sontra. Diethelm Schilling ist sauer darüber, dass die Sontraer Regenbogenschüler auf einen gemeinsamen Campus von Adam-von-Trott-Schule (AvT) und Barbaraschule ziehen sollen – voraussichtlich im kommenden Frühjahr.

Der ehemalige Sontraer Lehrer der AvT sagt: „Die neuen Gebäude sind für Grundschüler gar nicht geeignet.“

„Die Klassenzimmer der Barbaraschule sind von der Sonne abgewandt und werden nicht warm. In die der Adam-von-Trott-Schule, die für die Grundschüler vorgesehen sind, scheint hingegen die Mittagssonne voll herein“, so der 68-Jährige. Die Gegebenheiten seien nicht gerade optimal für Grundschüler.

Zudem befürchtet Schilling, dass die Regenbogenschüler starker Ablenkung ausgesetzt werden: „Von den Zimmern des A- und B-Gebäudes der AvT aus blicken die Kinder genau auf den Schulhof.“ In dem Alter ließen sie sich schnell von spielenden und tollenden Schülern draußen ablenken und könnten sich nicht mehr konzentrieren. Weitere Kritikpunkte Schillings: Auf dem neuen Campus gibt es weder Fahrradübungsplatz noch Klettergerüst.

Noch könne man das „Unheil abwenden“, meint Schilling. „Ich verstehe nicht, wieso der Kreis Geld in renovierungsbedürftige Schulgebäude investiert und die beliebte Regenbogenschule verkommen lassen will.“ Insgesamt sei das aktuelle Grundschulgebäude einfach viel zentraler gelegen und hätte eine familiärere und großzügigere Ausstattung sowie auch mehr Klassenräume.

Landkreis hält dagegen 

Der Landkreis Werra-Meißner, der den Umzug beschlossen hat, hält entgegen: Auf dem Gelände der AvT würden ein neuer Spielplatz und ein Fahrradübungsplatz gebaut. Die Bauteile A und B der Adam-von-Trott-Schule seien ausreichend mit Sonnenschutzrollos ausgestattet.

Auch an eine Ablenkung durch den Blick auf den Schulhof glaubt Sprecher Jörg Klinge nicht: „Die Bauteile A und B der Adam-von-Trott-Schule erhalten neue dreifach verglaste Fenster, sodass eine Ablenkung durch Lärm vom Schulhof ausgeschlossen werden kann. Optische Ablenkungen wird es immer geben, ob mit Schulhof oder ohne.“ Die Barbaraschule wurde indes zwischen 2003 und 2006 generalsaniert und bis 2015 als Förderschule genutzt. Beschwerden über zu kalte Räumlichkeiten habe es seitens der Schulleitung, der Elternschaft oder der Schüler nie gegeben – nicht einmal vor der Sanierung, versichert Jörg Klinge.

Hintergrund:

Die Sontraer Regenbogenschule zieht nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2017 auf einen Campus mit Adam-von-Trott-Schule und Barbaraschule. In der Barbaraschule, die zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, sind ebenso kleinere Renovierungs- und Umbauarbeiten nötig wie in Teilen der Adam-von-Trott-Schule. Die Idee des gemeinsamen Schulcampus’ in Sontra ist Ergebnis zurückgehender Schülerzahlen. Der Kreis verspricht sich eine bessere Auslastung der Gebäude und den Vorteil der räumlichen Nähe aller Bildungsgänge in Sontra. Neue pädagogische Ansätze, die sich aus der Zusammenarbeit der Schulen entwickeln, seien ein weiteres Ziel.

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