Klassenzimmer der Barbaraschule mit Feldbetten ausgestattet

Die wichtigsten Fakten zur Unterbringung von Flüchtlingen im Kreis

Inspizierten gestern die fertig hergerichtete Barbaraschule: Kreissprecher Jörg Klinge und Peter Brengel, Fachdienstleiter Gebäudemanagement. 45 Feldbetten haben Helfer in den letzten Tagen aufgestellt. Foto: Deppe

Sontra. Seit Monaten kommen jeden Dienstag Flüchtlinge aus dem Erstaufnahmelager in Gießen im Werra-Meißner-Kreis an. Was es bislang nicht gab: Mit der Barbaraschule in Sontra soll erstmals eine Schule für die Dauer der Ferien Flüchtlinge beherbergen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Was bietet der Kreis den Flüchtlingen in der Barbaraschule? 

Die Barbaraschule ist die einzige Schule im Kreis, die – zumindest für die Dauer der Ferien – für die Unterbringung geeignet ist, weil sowohl eine Küche als auch ausreichend Duschen und Toiletten vorhanden sind. In neun Klassenräumen haben Helfer jeweils fünf Feldbetten mit Wolldecken aufgestellt. Das Schulmobiliar lagert in der Turnhalle.

Wann ziehen die ersten Flüchtlinge ein? 

Vielleicht gar nicht. Die Barbaraschule ist nur für den Notfall hergerichtet worden. „Wir wollen nicht an einem Dienstag dastehen und nichts haben“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Deswegen versuche mit Hochdruck Wohnungen zu finden und herzurichten. Nur wenn das nicht gelingt, würde die Schule genutzt. „Möglicherweise dann auch nur für zwei oder drei Nächte, bis eine Wohnung fertig wird“, so Klinge.

Warum sucht die Kreisverwaltung immer weiter nach Unterbringungsmöglichkeiten? 

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reist nicht ab. Problem dabei: Die Zahl der Neuankömmlinge ist größer, als die der Flüchtlinge, die den Kreis verlassen oder in eigene Wohnung ziehen. Das liegt an den immer länger dauernden Asylverfahren

Wie groß ist die Hilfsbereitschaft im Kreis? 

Sehr hoch. Nur dank großer Unterstützung der Bürgerhilfe Sontra konnten Ende vergangener Woche noch Wohnungen hergerichtet werden. Sonst hätte der Kreis schon auf die Schule ausweichen müssen. Übergriffe auf Unterkünfte hat es laut Polizeisprecher Reiner Lingner im Kreis bislang nicht gegeben.

Wo gibt es bislang Unterkünfte? 

In elf von 16 Kommunen im Kreis sind derzeit Flüchtlinge entweder in Gemeinschaftsunterkünften oder Wohnungen untergebracht. Die Ausnahmen sind Wanfried, Meißner, Berkatal, Waldkappel und Wehretal. Dort würden aber alle Möglichkeiten geprüft, sagt Klinge.

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