Die Betten bleiben leer

Weiter keine Belegung des Feriendorfes in Sontra – Helfer halten sich stets bereit

Hier schläft noch keiner: Seit 14 Tagen ist die Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Eschwege bereit für Flüchtlinge. Zugewiesen wurde bislang niemand. Archivfoto: Wüstefeld

Sontra. Seit 14 Tagen heißt es warten. Schon wenige Tage vor Weihnachten vermeldeten die Verantwortlichen aus dem Sontraer Feriendorf, die Bereitschaft zur Erstaufnahme von Flüchtlingen. Doch zwei Wochen später sind die Betten in den Bungalows ungenutzt. Weil die Zuweisungen oft extrem kurzfristig erfolgen, ist man aber gewappnet.

Unterkunft für Flüchtlinge im Sontraer Feriendorf bereit

Das Regierungspräsidium

„Alle stehen bereit“, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums. Bis gestern lagen ihm zwar keine Informationen über eine Zuweisung von Flüchtlingen vor, dennoch sei es kein Problem, innerhalb von zwei Stunden zu reagieren. Das ist der Zeitraum, in der sich beispielsweise die Helfer der Sozialbetreuung im Feriendorf einfinden können müssen.

„Die letzten Tage haben wir nicht ungenutzt verstreichen lassen“, so Conrad, „es wird stetig noch optimiert.“ Es sei kein Problem, 150 Menschen auf einmal aufzunehmen. Inzwischen ist ausreichend Streugut vorhanden, um die Wege zwischen den Bungalows und der Kantine im unteren Bereich sicher zu machen. Da hilft auch, dass Bauarbeiter die Außenbeleuchtung in dem Waldgelände erweitert haben.

Über Gründe dafür, dass bislang nicht belegt wurde, kann Conrad nur spekulieren. Möglicherweise liege es daran, dass in Sontra vorwiegend Familien untergebracht werden sollen und dies nicht um die Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten sinnvoll gewesen sei. Davon geht laut Conrad auch Einrichtungsleiter Karl Schreiber aus.

Die Stadt

Von einer „unglücklichen Situation, die so nicht hinnehmbar ist“, spricht Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Er hatte gehofft, dass dem Feriendorf noch im abgelaufenen Jahr Flüchtlinge zugewiesen werden würden. Der 31. Dezember galt als Stichtag für eine Finanzzuweisung von 350 Euro pro Flüchtling, die der Bürgermeister gerne im Haushalt für 2016 eingeplant hätte.

Darüber sprach Eckhardt auch mit Regierungspräsident Walter Lübcke, der sich die Einrichtung zwischen den Jahren anguckte. Lübcke signalisierte Verständnis und brachte laut Eckhardt selbst einen Lösungsvorschlag ins Gespräch: Aus mehreren Stichtagen im Jahr könnte man einen Durchschnittswert ermitteln. Angesichts der stark schwankenden Flüchtlingszahlen wolle er sich unter anderem bei Ministerpräsident Volker Bouffier stark für eine gerechtere Lösung einsetzen, sagte Eckhardt.

Der Caterer

Nicht glücklich mit der derzeitigen Situation sind die Verantwortlichen der Werraland-Beschäftigungsgesellschaft, die für die Verpflegung der Flüchtlinge sorgen soll. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Sprecher Lars Winter, „haben aber seit zwei Wochen Mehrkosten durch Waren und Fahrzeuge, ohne dass etwas benötigt wird.“ In mehreren Sitzungen mit den zwei Küchenchefs sei intensiv geplant worden, wie die Aufgabe zu stemmen sei. „Mit dem 21. und 28. Dezember sind jetzt zweimal Belegungstermine genannt worden, aber nichts ist passiert“, sagt Winter, dessen Chef, Geschäftsführer Gerd Hoßbach, zusammenfasst: „Wir fühlen uns nicht richtig ernst genommen.

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