Neue Pächterin

Bürgerhaus Sontra: Das Bier fließt erstmal testweise

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Einfache Übung: Ann-Kathrin Diegel zapft unter den Augen von Bürgermeister Thomas Eckhardt (links) und ihrem Vater Wilfried Wisniewski im Sontraer Bürgerhaus ein Bier.

Sontra. Knappe vier Wochen geben Ann-Kathrin Diegel und ihr Vater Wilfried Wisniewski dem Projekt Bürgerhaus noch eine Chance. Die 18-Jährige ist die neue Pächterin - vorerst allerdings nur bis zum 28. Februar. Dann ziehen Vater und Tochter gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Eckhardt Bilanz und entscheiden, ob es weitergeht oder nicht.

Seit Mitte Januar ist das Bürgerhaus wieder täglich ab 11 Uhr geöffnet, bekannt ist das aber bislang nur wenigen. So fällt ein erstes Fazit ernüchternd aus. „Außerhalb großer Veranstaltungen waren kaum Gäste da“, sagt Wisniewski. Der Neujahrsempfang sei ein positiver Ausreißer gewesen, die Stadtverordnetenversammlung hingegen enttäuschend. „Wir müssen jetzt bekannt machen, dass sich hier wieder was tut“, sagt Thomas Eckhardt. Seit Mai vergangenen Jahres war die Pacht vakant. Ein Problem bei der Vermarktung sei auch das Image, so Eckhardt. Er denkt darüber nach, den Veranstaltungsort mit einem neuen Namen zu etablieren. „Nach einem Messe- und Kongresszentrum suchen Leute von außerhalb der Region schon eher mal als nach einem Bürgerhaus“, sagt er.

Den Kontakt zur neuen Pächterin hat Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer geknüpft. „Er hat mich immer wieder gefragt, ob ich das nicht machen kann“, sagt Wisniewski. Der gelernte Koch und Restaurantfachmann hat schon bei vorherigen Pächtern ausgeholfen, wenn größere Veranstaltungen anstanden. Selbst wollte er die Aufgabe auf dem Papier nicht übernehmen, unterstützt seine Tochter aber jetzt, wo er nur kann.

Beide wünschen sich, so schnell wie möglich regelmäßig Gäste begrüßen zu können. Für die neu gestaltete Karte beschränken sie sich vorerst auf eine gutbürgerliche Küche „mit angemessenen Preisen“. Schnitzel und Steaks stehen da ebenso wie regionale Spezialitäten wie Ahle Wurscht und Husarentoast. Geht es im März weiter, plant die Gastronomenfamilie besondere Aktionen, wie Grünkohltage oder Schnitzelwochen, auch eine gesonderte Mittagskarte soll hinzukommen, perspektivisch auch ein Catering-Service.

Diegel nimmt das Mammutprogramm - neben der Arbeit im Bürgerhaus absolviert sie eine Koch-Ausbildung in einem Rotenburger Viersternelokal - locker: „Ich habe auch so genug Freizeit“, sagt sie. Die Gastronomie liege ihr im Blut, sagt sie. Deswegen hofft sie jetzt auf bessere Resonanz, um weitermachen zu können.

Wer das Bürgerhaus als Veranstaltungsort für Hochzeiten, Trauerfeiern, Vereinsversammlungen oder Ähnliches buchen möchte, erreicht Wilfried Wisniewski unter 01 52/29 06 95 87.

Von Lasse Deppe

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