Weitere Unterkünfte gesucht

Sontra: Asylbewerber ziehen Dienstag in die Barbaraschule

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Informierten über die Flüchtlinge: Die Schulleiterin der Adam-von-Trott-Schule, Susanne Hermann-Borchert, Polizeihauptkommissar Reiner Kerst, Bürgermeister Thomas Eckhardt, Ilona Friedrich vom Werra-Meißner-Kreis sowie die Flüchtlingsbetreuerin Runa Aasland-Jost.

Sontra. Am Dienstag werden 19 Flüchtlinge in die Notunterkunft der Barbaraschule in Sontra ziehen. Die Stadt informierte am Freitagabend über die Flüchtlinge.

Am vergangenen Mittwoch bekam der Werra-Meißner-Kreis die Information, dass künftig jeden Dienstag 30 neue Flüchtlinge ankommen werden. „Für diese müssen wir nun in Abstimmung mit den Kommunen die Unterbringungen organisieren“, erklärte Ilona Friedrich, die den Fachbereich Jugend, Familie, Senioren und Soziales beim Werra-Meißner-Kreis leitet, während der Informationsveranstaltung am Freitagabend in der Adam-von-Trott-Schule. Sie machte aber auch deutlich, dass die Barbaraschule auch weiterhin eine Notunterkunft bleiben soll und keine Dauerbleibe ist. „Wir suchen nach neuen Unterkünften“, fügte sie an.

Einige der anwesenden Eltern machten deutlich, dass sie Angst davor haben, wenn die Flüchtlinge auf die Schüler der angrenzenden Adam-von-Trott-Schule treffen werden. chulleiterin Susanne Hermann-Borchert beruhigte: „Es muss hier niemand Angst haben.“ Zudem würden die Flüchtlinge nicht den Eingang auf dem Schulhof, sondern den auf der anderen Seite nutzen.

Ab morgen wohnen hier Flüchtlinge: Kreissprecher Jörg Klinge zeigt die provisorisch aufgestellten Betten in der Notunterkunft Barbaraschule. 

„Ich kann Ihre Sorgen verstehen, aber ich werde jeden Tag vor Ort sein und auch Kontakt zur Schulleitung und dem Elternbeirat haben. Und wenn es gewünscht ist, werden die Flüchtlinge den Schulhof zu Schulzeiten nicht betreten“, erklärte Runa Aasland-Jost, die die Flüchtlinge der Barbaraschule im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt vor Ort betreuen wird. „Wir haben bis jetzt sehr gute Erfahrungen mit den Asylbewerbern gemacht, sie sind nett, höflich und gebildet“, fügte sie an.

Auch Reiner Kerst, Polizeihauptkommissar der Polizei Sontra, erklärte, dass es bis jetzt zu keinerlei Vorfällen gekommen sei. „Wenn etwas passiert, schreiten wir sofort ein, bis jetzt haben wir allerdings nur positive Erfahrungen gemacht“, so der Polizeihauptkommissar.

Die Bedenken einiger Eltern sind trotzdem vorhanden: „Eine Schule ist kein Wohnraum, wir als Eltern dürfen das Schulgelände auch nicht einfach so betreten“, sagte etwa eine Mutter. Sie fände es besser, wenn die Flüchtlinge nicht in der Schule untergebracht würden: In Sontra gebe es genügend Leerstand.

Bürgermeister Thomas Eckhardt betonte, dass die Barbaraschule nur eine Zwischenstation sei. „Unsere bisherigen Flüchtlinge haben sich super integriert und ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei allen Ehrenamtlichen, der Bürgerhilfe und der evangelischen Kirchengemeinde bedanken, die diese Leute so toll begleiten und helfen, wo sie nur können“, so Bürgermeister Eckhardt am Freitagabend.

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