148 Bewohner müssen nach Fuldatal-Rothwesten umziehen

Flüchtlinge ziehen aus: Sontras Feriendorf steht ab Montag wieder leer

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Wurde extra hergerichtet und steht ab Montag wieder leer: Die Unterkünfte im Feriendorf oberhalb von Sontra sollen Anfang nächster Woche geräumt werden. Diese Entscheidung trifft nicht überall auf Befürwortung.

Sontra. Ab dem kommenden Montag steht das Feriendorf in Sontra wieder komplett leer. Seit Anfang Januar waren hier Flüchtlinge untergebracht, derzeit leben noch 148 Personen in den hergerichteten Räumlichkeiten. Die Entscheidung zur Umquartierung trifft auf Kritik.

Rund 40 Personen vom DRK und einem Security-Unternehmen arbeiten in dem Gebäudekomplex. Laut Hessens Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, werden die Flüchtlinge aus dem Feriendorf nach Fuldatal-Rothwesten gebracht. Diese Entscheidung erntet nun Kritik.

In Sontra gut eingelebt

Frieda Pfeil aus Sontra war regelmäßig, mindestens einmal pro Woche als ehrenamtliche Helferin im Feriendorf anwesend. Dort hat sie vor allem die Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren beschäftigt: „Mit Bällen oder Kegeln haben wir verschiedene kleine Spiele veranstaltet. Bis zu zwanzig Kinder haben an den selbstgestalteten Kursen teilgenommen.“ Früher ist Pfeil Übungsleiterin im Sontraer Turnverein gewesen. Dass die Flüchtlinge nun umquartiert werden, findet sie bedauerlich. „Es war sehr schön, wie zutraulich die Kinder im Laufe der Zeit geworden sind. Am neuen Ort müssen sie komplett von vorne anfangen.“ Bei ihrer Verabschiedung am Mittwoch habe Pfeil deutlich gemerkt, wie traurig die Flüchtlinge gewesen seien.

Bürgermeister betont fehlende Transparenz

Auch Bürgermeister Thomas Eckhardt findet die aktuelle Situation nicht zufriedenstellend. „Die Stadt Sontra hat leider nur wenige bis gar keine Informationen über die Umquartierung. Transparenz sieht tatsächlich ganz anders aus", sagt er. Der Mietvertrag über das Feriendorf mit dem Land Hessen wurde für eine Dauer von drei Jahren abgeschlossen. Trotzdem sollen alle Bewohner Anfang der nächsten Woche umverteilt werden. Somit habe man eine leerstehende Ferienanlage, die touristisch nicht genutzt werden kann, gleichzeitig aber keine Flüchtlinge mehr, die es zu beherbergen gilt. Die Stadt Sontra fordert, über zukünftige Belegungen umgehend informiert zu werden.

Martin Jordan, erster Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft des Sontraer Handels, erinnert sich gerne an eine Situation zurück, die noch gar nicht lange her ist: „Zur Breitwiesn waren erfreulicherweise auch einige Flüchtlinge anwesend. Wahrscheinlich waren unsere neuen Mitbewohner zunächst einmal ziemlich überrascht, als sie zum ersten Mal in einem Festzelt standen.“ Gemeinsam habe man aber fröhlich und gut gefeiert.

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