Freundschaften entstanden während Aufenthalt

Abschied unter Tränen: 148 Flüchtlinge müssen Sontraer Feriendorf verlassen

Traurige Gesichter: Die Betreuer und Helfer vom Deutschen Roten Kreuz sowie Einrichtungsleiter Karl Schreiber (vierter von links) verabschieden die Flüchtlinge aus dem Feriendorf in Sontra. Foto:  Faust

Sontra. Am Ende flossen die Tränen auf beiden Seiten: Heute wurden die verbliebenen 148 Flüchtlinge aus dem Feriendorf in Sontra in neue Unterkünfte in Fuldatal-Rothwesten, Calden und Rotenburg umverteilt.

Die Flüchtlinge müssen dort noch einmal komplett von vorne anfangen, rund 40 im Feriendorf Beschäftigte verlieren ihre Arbeit in der Einrichtung oberhalb von Sontra.

„Noch wissen wir nicht, wie es hier weitergeht“, sagt der derzeitige Einrichtungsleiter Karl Schreiber. Seine Aufgaben enden offiziell am 30. Juni. Schreiber geht davon aus, dass die Entscheidungen zur weiteren Anstellung in den kommenden Wochen fallen. Das Feriendorf wird zukünftig als „Stand-by-Einrichtung“ betrieben. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als im Moment zu leben. Planen können wir nicht.“

Verabschiedungsfeier am Freitag

In drei Bussen und Taxen wurden die Familien in ihre neuen Unterkünfte gebracht. Während seit dem frühen Montagmorgen eine gewisse Hektik auf dem Gelände des Feriendorfs herrschte, kehrte am Nachmittag Ruhe ein: die Bewohner waren abgereist.

Am vergangenen Freitag feierten Dolmetscher, Sozialdienstmitarbeiter, Security und Helfer vom DRK gemeinsam mit den Flüchtlingen deren Abschied - „Wir haben zusammen gegrillt und musiziert. Es war ein sehr emotionaler Moment“, sagt Petra Fesch vom Sozialdienst. Vor Ort kann kaum einer nachvollziehen, wieso die Menschen nun nochmals in andere Unterkünfte umverteilt werden, obwohl das Feriendorf für drei ganze Jahre angemietet ist.

Flüchtlinge in Sontraer Feriendorf verabschiedet

Freundschaften sind entstanden

Dass in den sechs Monaten ihres Aufenthalts enge Bindungen zwischen den Flüchtlingen und Helfern entstanden sind, ist kein Wunder. Die Medizinische Angestellte des DRK Nicole Müller sagt: „Ich war 40 Stunden in der Woche hier. Da bekommt man eine Menge mit. Gerade die Kinder jetzt ziehen lassen zu müssen, ist sehr schwer.“ Immer wieder klettern zwei kleine Mädchen, Rimas und Sima, aus dem Bus und fallen der jungen Helferin um den Hals.

Den Kolleginnen geht es ähnlich: Sie alle kämpfen in den Minuten vor der Abfahrt der besetzten Reisebusse mit den Tränen. Zwischen herzlichen Umarmungen und dem Beladen des Busses wird deutlich: Aus Fremden sind Freunde geworden.

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