Zu viel Betrieb im Bad: 13 Personen ausgezogen

Flüchtlinge werden nach Wasserschaden in Sontraer Gemeinschaftsunterkunft umverteilt

Zumindest die obere Etage ist nicht mehr bewohnt: In der Gemeinschaftsunterkunft im Sontraer Ärztehaus gab es einen Wasserschaden. 13 Bewohner wurden in andere Flüchtlingsunterkünfte des Werra-Meißner Kreises umquartiert. Foto: Berg

Sontra. Aufgrund eines Wasserschadens in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Niederstadt müssen 13 von 18 Bewohnern umquartiert werden. Die Männer lebten seit Juli 2015 in der oberen Etage des Ärztehauses, in dem der Kreis außerdem eine zweite Wohnung für fünf Flüchtlinge angemietet hat.

Bürgermeister Thomas Eckhardt erklärt, wie es zu dem Schaden kam: „Auf relativ kleinem Raum mussten sich 13 Personen ein Badezimmer teilen. Die dauerhafte Feuchtigkeit, die zwangsläufig beim Duschen entsteht, führte jetzt dazu, dass die Sanitäranlagen nicht mehr genutzt werden können.“

Am Dienstag fand eine Begehung der Räumlichkeiten statt, bei dem Vertreter des Werra-Meißner Kreises, der Arbeiterwohlfahrt als Betreiberin und der Stadt Sontra anwesend waren. Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann derzeit niemand sagen. Ohne nutzbares Badezimmer ist die komplette obere Etage nicht mehr bewohnbar.

Komplikationen bei Müllentsorgung

Ilona Friedrich vom Fachbereich Jugend und Familie sagt auf Nachfrage: „Die Bewohner sind in andere Gemeinschaftsunterkünfte gezogen, einige nach Witzenhausen, andere nach Sontra oder Eschwege.“ Zudem sei ein Teil bereits in eigenen Wohnungen untergebracht. Die fünf Bewohner der zweiten Einheit im Ärztehaus werden in ihren Räumlichkeiten wohnen bleiben.

Eckhardt: „Wir haben mittlerweile ein tolles Netzwerk an ehrenamtlicher Hilfe. Dass sich die Flüchtlinge bei uns wohlfühlen, ist der Verdienst vieler Bürger. Durch die Gemeinschaftsunterkünfte in Sontra, Hornel und Wichmannshausen erhalten sie eine Zuflucht in unserer Mitte.“

Die Entscheidung zur Umquartierung der Menschen sei abgesehen vom Wasserschaden im Obergeschoss aber nötig gewesen, weil es mehrfach kleinere Komplikationen gegeben habe.

Eckhardt betont: „Die Rede ist aber nicht von gewaltsamen Übergriffen oder ähnlichem. Schwierigkeiten hat es eher bei der Müllentsorgung gegeben.“ Im näheren Umfeld der Gemeinschaftsunterkunft habe es für die Bewohner keine ausreichenden Möglichkeiten gegeben, Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen.

Kurzfristig eingerichtet

Rückblick: Die Unterkunft im Sontraer Ärztehaus war im vergangenen Jahr äußerst kurzfristig eingerichtet worden. Durch die Umquartierung der 13 Bewohner soll sich die Situation zur Entsorgung von Müll im Außenbereich entspannen.

Von Pelle Faust

Mehr zum Thema

Kommentare