Heimatforscher Eduard Michael ist seit 50 Jahren im Vorstand des Männergesangvereins

Forscher aus Leidenschaft

Neben der Geschichtsforschung und dem Gesang engagiert sich Eduard Michael auch für den Interessentenwald Ulfen. Foto: Kristin Weber

Ulfen. Eduard Michael ist eigentlich nicht in Ulfen geboren, sondern stammt aus dem Sudetenland. Doch hat er den Ort zu seiner Heimat gemacht. So sehr, dass er sich mit ganzer Kraft für die Vereine im Ort einsetzt. Besonders lange, 60 Jahre lang, ist er bereits im Männergesangverein aktives Mitglied und dort seit über 50 Jahren im Vorstand vertreten.

„Nach dem Krieg gab es nicht viele Möglichkeiten für junge Leute, ihre Freizeit zu gestalten. So sind wir auf Anfrage des damaligen Gastwirts Geier (heute Kloppers Brauhaus) mit fünf Jungs dem Chor beigetreten“, erzählt Eduard Michael. Seine Vorstandsarbeit nahm er als Notenwart auf, ein Amt, das er ehrenamtlich 35 Jahre lang ausführte. Seitdem ist er seit 15 Jahren, bis heute, der 2. Vorsitzende. Beim Liederabend am 13. Oktober wird dieses Engagement mit der Ehrennadel des deutschen Sängerbundes gewürdigt werden.

Aber Eduard Michael ist noch auf anderen Aufgabenfeldern tätig. So ist er seit 26 Jahren der Vorsteher des Interessentenwaldes Ulfen, eines Zusammenschlusses von 119 Personen, denen ein gemeinsames Waldstück gehört. In dieser Funktion ist der rüstige Rentner nicht nur dafür verantwortlich, dass der Wald gehegt und gepflegt wird, er hat auch dafür gesorgt, dass im Wald über Ulfen ein Funkmast aufgestellt wurde, der den Ort mit Mobilfunk und Internet-Zugang versorgt. Im Männertreff der evangelischen Kirche stellt Eduard Michael jedoch regelmäßig in Vorträgen sein größtes Hobby vor: die Heimatgeschichte. Seiner Forschung ist es zu verdanken, den „Burgberg“ im Ort dem Sitz des Ritters Bruno von Ulfen, der dort offenbar 1252 lebte, nun zuordnen zu können. Aus Steinen dieses ehemaligen Burgsitzes wurde auch die Wehrkirche von 1362 errichtet.

„Doch vor das Jahr 1200 kommt man als Historiker in Ulfen nicht zurück“, sagt der Heimatforscher. Archäologen werden deshalb in diesem Herbst eine Bodenmessung machen, denn nun müssen die archäologischen Methoden sprechen. Eduard Michael hat aus seinem Forschungsbereich heraus für die 1225-Jahr-Feier seinerzeit nicht nur die Heimatchronik geschrieben, er transkribiert auch handschriftliche Quellen wie Kirchenbücher und die Erinnerungen der Einheimischen aus der altdeutschen Schrift in modernes Deutsch, um diese wertvollen Quellen zu bewahren und heutigen Lesern zugänglich zu machen. Und wenn er nicht gerade forscht oder singt, dann arbeitet er in seinem Garten.

Von Kristin Weber

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