Ein Grüezi für Sontra

Schweizer Paar suchte fünf Jahre lang ein Ferienhaus im Werra-Meißner-Kreis

Haben in Sontra ihr (Ferien-) Glück gefunden: Colette Berger Dimitrov und Bernard Grunholzer aus der Schweiz vor ihrem Haus an der Kirchgasse. Foto:  Berg

Sontra. Fünf Jahre lang haben sie gesucht, über 60 Häuser haben sie sich angesehen. Fündig geworden sind Colette Berger Dimitrov und Bernard Grunholzer in der Sontraer Kirchgasse, wo sie im vergangenen Jahr ein 400 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft haben.

„Mit diesem Haus fühlt es sich jetzt einfach richtig an“, sagt Berger Dimitrov im Gespräch mit der WR. Den Traum von einem Fachwerkhaus haben sie und ihr Partner sich zu Teilen schon vor einiger Zeit im schweizerischen Truttikon, einem 400-Seelen-Dorf im Kanton Zürich, erfüllt. Dort allerdings nicht mit „echtem“ Fachwerk, sondern einem Neubau.

Warum aber jetzt ausgerechnet Sontra? „Unser Hobby, das Wandern, hat uns vor fünf Jahren in die Region geführt“, sagt die 57-Jährige. Schnell war klar, dass sie hier ein festes Feriendomizil erwerben wollten. Die Investition in Immobilien schien beiden nach der Finanzkrise sinnvoll. Für die Suche ließen sie sich viel Zeit. Nicht nur in Sontra, auch in Wanfried und Umgebung guckten sie sich Häuser an. „Es gab aber immer wieder irgendwo einen kleinen Haken“, sagt Grunholzer.

Wichtig ist Beiden, schnell Kontakte in Sontra zu knüpfen. Berger Dimitrov hat sich unter anderem schon über den lokalen Line-Dance-Verein informiert. Ganz automatisch haben sie ihre Nachbarn kennengelernt. Sturm Niklas hatte Ziegel des Pfarrhauses nebenan dem Schweizer Paar aufs Dach geweht. Auch in der Umgebung haben sich die Beiden schon umgeschaut. Drei Mal haben sie die Oper in Eisenach besucht, ein Mal in Kassel.

Mit einigen Unterschieden zu ihrer Heimat haben die Eidgenossen dann aber doch zu kämpfen. Dass ein Haus ohne Küche verkauft wird, kannten sie so nicht. Und als ein Brief aus der Verwaltung kam, mussten sie im Rathaus um Hilfe bitten. „Dieses Amtsdeutsch ist ja der Wahnsinn“, sagt Berger Dimitrov. Durch dieses Telefonat entstand auch der Kontakt zu Bürgermeister Thomas Eckhardt („Ein flotter Typ!“). Der besuchte in der vergangenen Woche gemeinsam mit seiner Frau die Neu-Sontraer.

Bei jedem Sontra-Besuch reist jetzt ein Stück Schweiz mit in den Werra-Meißner-Kreis. Berger Dimitrov nimmt bei jeder Fahrt ein Exemplar aus ihrer Teddybären-Sammlung mit. Seit dem vergangenen Wochenende sitzen jetzt acht Plüschtiere im Haus an der Kirchgasse.

Von Lasse Deppe

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