Erfolg bei Wettkampf in Frankreich - Taube Nr. 51 fliegt 425 Kilometer

Wie im Leistungssport: Hartmut Bierwirth aus Hornel trainiert und züchtet Tauben

Hat seine Lieblinge fest im Blick: Hartmut Bierwirth aus Hornel schickte jetzt im französischen Neufchâteau seine Vögel ins Rennen. Gewonnen hat Taube Nr. 51. Foto:  privat

Sontra. Mit 1289 zurückgelegten Metern in der Minute war Nr. 51 am Schnellsten. Die Leistungstaube von Züchter Hartmut Bierwirth aus Hornel gewann Mitte Juni den ersten von fünf Regionalflügen, die unter Sportzüchtern jährlich veranstaltet werden.

Es sind Wettbewerbe, bei denen sich die internationale Konkurrenz misst. Der einjährige Siegervogel legte innerhalb weniger Stunden die Strecke von Neufchâteau in Frankreich nach Sontra zurück - 425 Kilometer Luftlinie.

Der Erfolg von Taube Nr. 51 ist kein Zufall. Er liegt dem Tier quasi in den Genen, erklärt der Züchter: „Ihr Vater wurde im vergangenen Jahr für seine Lebensleistung ausgezeichnet und hat viele Preise gewonnen. Deshalb habe ich die Jungtaube nach ihrem Vater benannt.“

Drei Stunden Beschäftigung pro Tag

Das Training ist zeitaufwendiger, als viele denken. Jeden Tag ist Hartmut Bierwirth drei Stunden mit seinen Tauben beschäftigt. Morgens und abends werden die Tiere für eine Stunde zum Trainingsflug freigelassen. Tagsüber und bei Hitze seien die Tauben leistungsschwächer. „Das ist genauso wie bei Profisportlern“, erklärt der Züchter. Ganz ähnlich ist auch die Ernährung der Tiere. Bierwirth kümmert sich um eine ausgewogene Nahrungsversorgung seiner Tauben. Er achtet penibel darauf, dass die Zufuhr von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten stimmt. Sich selbst sieht der 57-Jährige als Trainer der Tauben.

255 Züchter und 6276 Tauben - um 10.30 Uhr öffnen sich am Wettkampftag die Käfige und alle Vögel fliegen auf einen Schlag los. Die Anreise erfolgte mit dem Kabinen-Express, in dem bis zu 3000 Tauben in Käfigen Platz finden. Unterwegs wird das Wohl der Tiere immer wieder kontrolliert.

Während des Fluges wehte ein leichter Gegenwind, es herrschten für den Taubensport perfekte Bedingungen. Um 15.59 Uhr erreicht Taube Nr. 51 als erste ihren heimischen Taubenschlag in Hornel. Dort wird sie bereits von Trainer Hartmut Bierwirth erwartet. Er versorgt das erschöpfte Tier umgehend.

Konkurrenz aus China wird größer

Immer kommerzieller werde der Taubensport betrieben, sagt Bierwirth. „Die Chinesen haben ihre Leidenschaft dafür entdeckt und beobachten mit Scouts viele Wettkämpfe.“

Ein Erfolgsvogel wie Taube Nr. 51 bleibe garantiert nicht lange unentdeckt. „Spätestens nach zwei weiteren Siegen kann es außerdem sein, dass ich es mit Dopingkontrollen zutun bekomme“, sagt Bierwirth.

Hartmut Bierwirth fand seine Leidenschaft für das Taubenzüchten im Alter von sieben Jahren. Das war vor einem halben Jahrhundert. Im Moment besitzt er 100 Tauben, im Sommer sind es immer ein paar mehr, als im Winter.

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