Demografiedialog: "Heimat attraktiv machen"

Stadt Sontra bindet Adam-von-Trott-Schüler bei Bürgerbefragung ein

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Die einen wollen Meinung hören, die anderen ihre äußern: Bürgermeister Thomas Eckhardt (von links), Schulsprecherin Teresa Landau, pädagogischer Leiter Ludger Arnold, Schulsprecherin Lea Rabe, Schulleiterin Susanne Herrmann-Borchert, Kreisjugendringvertreter Florian Fesch und Schulsozialarbeiter Benjamin Franke.

Sontra. Sontra attraktiver machen, das war das Ziel der Bürgerbefragung „Demografiedialog“, an der sich Ende des vergangenen Jahres fast 250 Menschen beteiligten. Dass das bis auf wenige Ausnahmen nur Erwachsene waren, nimmt die Stadt zum Anlass für eine so noch nicht da gewesene Kooperation: Nach Ostern soll ein auf junge Menschen angepasster Fragebogen von allen Schülern der Adam-von-Trott-Schule ausgefüllt werden – eingebettet in den Unterricht.

Die Fragen möchte Bürgermeister Thomas Eckhardt im Vorfeld mit Schülervertretern gemeinsam ausarbeiten und sie den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen anpassen. Den ursprünglichen Bogen hält er für nicht passend. „Ein 16-Jähriger macht sich ja noch keine Gedanken, wo und wie er im hohen Alter leben will“, sagt er. Sein Ziel ist es, Sontra so aufzustellen, dass die jungen Menschen nach ihrem Schulabschluss entweder in Sontra bleiben oder nach einer Ausbildung zurückkehren: „Die Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte haben wir.“

Den Grund für die geringe Beteiligung junger Menschen bei der Bürgerbefragung im vergangenen Jahr sieht der pädagogische Leiter der Schule, Ludger Arnold, in den festen Familienstrukturen. „So etwas füllt häufig ganz automatisch der Haushaltsvorstand aus. Das zeigt aber auch, wie behütet die Kinder und Jugendlichen bei uns noch aufwachsen.“ Dass deren Meinung für die Stadt viel wert sein kann, zeigt die positive und kluge Herangehensweise von Schulsprecherin Teresa Landau, die sagt: „Gerade was den demografischen Wandel angeht, ist es wichtig, uns mit einzubeziehen.“

Kneipenkultur, Schwimmbad und gute Anbindung aus den Ortsteilen in die Kernstadt: Themen, mit denen sich die Jugendlichen beschäftigen und die auf politischen Entscheidungen beruhen. Das zu lernen ist der Effekt, von dem die Schüler im Unterricht profitieren sollen. „Es ist der richtige Weg, den Schülern zu zeigen, dass sie um ihre Meinung gebeten werden“, sagt Schulleiterin Susanne Herrmann-Borchert. Bürgermeister Eckhardt will diese Meinungen fair bewerten. „Es gibt Dinge, die lassen sich umsetzen, andere nicht. Das muss man den Schülern dann auch so sagen“, verspricht er.  

 

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