Sontraer Heimatverein lud am Deutschen Mühlentag zum traditionellen Mühlenfest

Klappern am rauschenden Bach

Steinbackofen: Auch das Backhaus der Mühle wird noch aktiv genutzt. 200 frisch gebackene Brote waren ruckzuck ausverkauft, hier holt Bäcker Wolfgang Seip eines aus dem heißen Ofen. Foto: W. Skupio

Sontra. Sieben Mühlen hatte Sontra einst. Funktionstüchtig ist heute nur noch eine, die Steinmühle. Und trotz des kalten Wetters strömten hunderte Menschen gestern zu dem Gehöft vor den Toren der Stadt, um sich die alte Mühlentechnik einmal vorführen zu lassen.

„Es gibt einen guten Grund, warum Sontra so viele Mühlen hatte: Viele waren Schneidemühlen, die mit Hilfe von Wasserkraft Holz zersägten. Das wurde für den Grubenbau in den Kupferschieferbergwerken gebraucht“, erklärt Georg Baurhenne. Baurhenne, im echten Leben eigentlich Maschinenbauer, führt gemeinsam mit Markus Hövelborn durch die Steinmühle. Standesgemäß in weißer Müllers- tracht gekleidet, wissen beide allerhand über das Mühlenwesen zu erzählen.

„Mich persönlich begeistert als Maschinenbauer natürlich die Technik am Meisten“, berichtet Baurhenne. Das intakte Mühlrad der Steinmühle leiste bei einem Durchmesser von fünf Meter und einer Breite von einem Meter bis zu 15 Ps, erzählt er den zahlreichen Besuchern.

Die Lücke dagegen, die am Wehr klafft, füllte einst ein zweites Mühlrad, welches die Säge im Schuppen der Steinmühle antrieb, die schon im 14. Jahrhundert an dieser Stelle des Mühlbachs betrieben wurde. Mit ein bisschen Arbeitsaufwand könnte die Mühle sofort wieder anfangen, Mehl zu mahlen“, erzählt Wolfgang Ewald, der Vorsitzende des Heimatvereins.

Bilder vom Fest

Bilder vom Steinmühlenfest in Sontra

Das glaubt man sofort, schließlich stehen noch alle Geräte an Ort und Stelle, als hätte der Müller seinen Arbeitsplatz gerade erst verlassen. Das Mühlrad hatte der Heimatverein in den 1990er Jahren neu bauen lassen, um kommenden Generationen durch Führungen die Mühlentechnik zu vermitteln.

Von Wolfram Skupio

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