Ortsverband der FDP Sontra-Herleshausen feiert kommende Woche sein 25-jähriges Bestehen

Kleine Partei mischt ganz groß mit

25 Jahre im Einsatz: Elisabeth Adolph (Mitte) erhielt 2006 das Bundesverdienstkreuz. Ihr gratulierten von links Erhard Niklass, Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sascha und Markus Hövelborn und Torsten Breuer. Foto: Archiv

Sontra. Sie sind nur eine kleine Gruppe, schlagen sich aber seit einem Vierteljahrhundert wacker. Die FDP Sontra feiert am Freitag, 16. August, ihr 25-Jähriges Bestehen. Seit dieser Zeit mischt die kleine Partei kräftig in der Lokalpolitik und in der Stadtverordnetenversammlung mit. Am erfolgreichsten waren sie in der vergangenen Legislaturperiode.

„Da haben wir ein bisschen an der Macht gesessen“, sagt Karlheinz Adolph, Gründungsmitglied und noch heute Vorsitzender des Ortsverbands Sontra-Herleshausen, wie er offiziell heißt. Bei der Kommunalwahl 2006 hatte die Sontraer FDP über sechs Prozent erreicht. Das genügte für zwei Sitze im Parlament. Heinrich Schmidt und Markus Kaufmann teilten sich neben Elisabeth Adolph das Mandat. Elisabeth Adolph war darüberhinaus stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin und Ausschussvorsitzende.

Überhaupt steht und fällt die Partei mit der Familie Adolph. 1982 kamen sie aus Südhessen nach Sontra. Liberale waren sie da schon viele Jahre. Karl-Heinz trat 1967 in die Partei ein, Elisabeth 1972. Im Wetteraukreis war Karlheinz Adolph Kreisvorsitzender und saß neben dem jungen Jörg-Uwe Hahn im Parlament. Seitdem verbindet beide eine Freundschaft. Elisabeth Adolph war Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Karben. Als sie nach Sontra kamen, wollten sie weiter liberale Politik machen. In der FDP Wehretal fanden sie zunächst eine Heimat. 1988 rückte Elisabeth Adolph auf der FWG-Liste erstmals ins Sontraer Parlament nach. Bei der Wahl 1989 wurde sie direkt gewählt. Seitdem ist Elisabeth Adolph jedes Mal wiedergewählt.

Die Arbeit als kleine Partei war im Parlament nicht immer einfach. Fast immer war Adolph eine Ein-Frau-Fraktion. Lange Zeit funktioniert das gut, der Informationsfluss stimmte. „Seit der Kommunalwahl 2011 war alles anders“, sagt Elisabeth Adolph. Sie bekam immer weniger vom politischen Geschehen mit. Deshalb entschloss sich die FDP Sontra zu einem in Deutschland einen einmaligen Schritt. Die Liberalen gingen mit den Grünen eine Fraktionsgemeinschaft ein.

„Ein ungewöhnlicher Schritt, der funktionierte“, sagt Karlheinz Adolph. Elisabeth Adolph kommt gut mit Marco Locorotondo aus, jeder behält seine politische Linie bei. Dafür haben beide Underdogs wieder Fraktionsstatus. Elisabeth Adolph hat in der Sontraer Stadtverordnetenversammlung ihre Rolle gefunden. Als älteste Politikerin in diesem Haus ist sie der ruhende Pol in oft hitzigen und persönlichen Debatten.

Wenn sich SPD, CDU und FWG streiten wie die Kesselflicker, ruft sie in ihren Wortbeiträgen zur Besonnenheit auf. Als auf den ehemaligen Bürgermeister Gerhard Büchling vor rund 15 Jahren die ganze Wut des Parlaments einprasselte, war sie die einzige die um Verständnis für ihn warb. Mit Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. „Ich bin immer um ein gutes Klima bemüht“, sagt Adolph. „Schließlich wollen wir alle für Sontra das beste.“

Von Tobias Stück

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