52 Einwohner

Kleinste Ortsteile: Selbstgemachte Schönheit in Thurnhosbach

Idylle am Waldrand: 52 Menschen leben derzeit in Sontras kleinstem Ortsteil Thurnhosbach. Fachwerkhäuser und die Dorfkirche prägen das Bild. Fotos: Deppe

Thurnhosbach. Die Thurnhosbacher können stolz sein auf ihr Dorf. Nicht nur aus Heimatverbundenheit, sondern weil sie selbst Sorge tragen dafür, dass Sontras kleinster Ortsteil so sehenswert ist.

Ein Rundgang durch die Straßen mit dem ehemaligen Ortsvorsteher Klaus Kollmann offenbart viele Stellen, an denen die Einwohner mit viel Liebe gepflastert, gemauert oder ausgebaut haben. „Wenn Freiwilligentag ist, kommen bei uns von 52 Einwohnern mindestens 20“, sagt Kollmann, „der Schnitt sucht seinesgleichen.“

Mittel- und Treffpunkt im Dorf ist das ehemalige Pfarrhaus, das im Zuge der Dorferneuerung rundum aufgewertet wurde und neben einem Festsaal auch den Jugendraum beherbergt. Auch der angrenzende Platz mit moderner Grillhütte ist so gelungen, dass regelmäßig Menschen aus Nachbardörfern oder der Kernstadt ihre Feiern dort abhalten. „Das Dorfgemeinschaftshaus hilft uns Thurnhosbachern die Gemeinschaft zu erhalten“, sagt Kollmann.

Im Gegensatz zu Arbeitsplätzen - es gibt nur einen landwirtschaftlichen Betrieb in Thurnhosbach - gibt es reges Vereinsleben. Viele der Einwohner sind Mitglied bei der freiwilligen Feuerwehr, der Volkstanzgruppe, dem Landfrauenverein oder der Thekenmannschaft Hosbachtal Mitglied. Letztere hat sogar ihr eigenes „Stadion“, die Hosbach-Arena. Dahinter verbirgt sich eine gut gepflegte Fußballwiese am Dorfrand.

Alltägliche Probleme sind in Thurnhosbach eher technischer Art. Die Internetverbindungen sind langsam, Handyempfang gibt es nur an ausgewählten Stellen. Für Gewerbetreibende wie Kollmann keine optimale Situation. Weg wollte er aber trotzdem nie. Er hofft darauf, dass eines seiner Kinder das Haus übernimmt, in dem schon seine Großeltern lebten und eine Schmiedewerkstatt betrieben. „Es gibt schon junge Menschen, die hier geblieben sind“, sagt Kollmann, „auf die Dauer fehlen uns dafür aber die qualifizierten Arbeitsplätze“.

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