Auszubildende des Handwerks wurden nach bestandener Prüfung freigesprochen

Können bedeutet Zukunft

Ich bin Handwerker, ich kann das: Stolz präsentieren die frischgebackenen Gesellen der verschiedenen Handwerksberufe ihre Gesellenbriefe und ein T-Shirt mit dem Werbespruch der Handwerkerschaft. Fotos: W. Skupio

Sontra. „Ich dachte schon, hier steht jemand vor Gericht“, scherzte Erster Stadtrat Karl Henning bei der Begrüßung der 250 Gäste im Sontraer Bürgerhaus am Samstag. Tatsächlich jedoch erhielten an diesem Nachmittag 67 Junggesellen des Handwerks ihre Gesellenbriefe und wurden nach altem Brauch freigesprochen.

Hubertus Erner

Die Kreishandwerkerschaft hatte jedem Absolventen neben einem T-Shirt zwei Getränkemarken in die Mappe gepackt, in der die jungen Gesellen ihren Gesellenbrief überreicht bekamen. „Das heutige Datum werden Sie künftig in Ihrem Lebenslauf öfter erwähnen müssen,“ sagte Hubertus Erner, der erstmals als Kreishandwerksmeister eine Freisprechung leitete. Zwar sei der Tag der Freisprechung für die bisherigen Auszubildenden ein Abschluss, er bedeute aber auch den Beginn eines neuen Lebensabschnittes. „Ab heute sind Sie Fachmann und Fachfrau“, rief Kreisbeigeordneter Lothar Hellwig in Vertretung des Landrats den 67 Absolventen zu. Das Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“ habe sich bewahrheitet, schließlich sei das Handwerk ein starker und leistungsfähiger Faktor in der Region.

Cornelia Mündel-Wirz, die Leiterin der Abteilung Berufsbildung der Handwerkskammer Kassel, appellierte an die frischgebackenen Handwerker, sich nicht auf das Erreichte zu beschränken: „Zukunft kommt von Können, seien Sie stolz auf Ihr Können und planen Sie Ihre Fort- und Weiterbildungen sorgfältig.“

Als Festredner gratulierte Reinhard Nau, Präsident des Fachverbandes Leben Raum Gestaltung des hessischen Dachverbandes der hessischen Tischler, Bestatter und Montagebetriebe den jungen Kollegen zur bestandenen Gesellenprüfung: „Sie haben mit Ihrer Hände Arbeit etwas geleistet, was sich sehen, aber auch fühlen, schmecken und riechen, kurzum mit allen Sinnen wahrnehmen lassen kann. Seien Sie stolz darauf.“

Das Handwerk sei zwar die Wirtschaftsmacht von nebenan, aber auch der unbekannte Riese, beklagte Nau. So habe eine 15-jährige Schülerin bei der Besichtigung eines Schreinerbetriebes den Meister gefragt, wo er den schönen Wohnzimmerschrank erstanden habe, den sie in der Werkstatt erspäht hatte. „Viele Jugendliche und auch potenzielle Kunden wissen überhaupt nicht, welche Produkte und Dienstleistungen unsere Betriebe überhaupt anbieten“, führte der Präsident aus. Das führe aber dazu, dass sie im Zweifel die Handwerksbetriebe erst gar nicht in ihre Kaufentscheidungen einbezögen. (wrs)  Artikel unten

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