Reinhard Sandrock baute neues Rednerpult für die evangelische Stadtkirche

Ein praktisches Kunstwerk aus Ahorn

Pfarrer Johannes Meier freut sich: Reinhard Sandrock verwandelte einen Ahornstamm in ein Rednerpult für die Stadtkirche. Foto: Berg

Sontra. Perfekt im Unperfekten, vollkommen in seiner Unvollkommenheit, so stellte Reinhard Sandrock am Dienstagabend Pfarrer Johannes Meier sein entworfenes und selbst gestaltetes Redepult für die evangelische Stadtkirche vor.

Aus einem 70 bis 80 Jahre alten Ahornbaum, der auf einer Wiese im Hollenbach des Bauern Fuchs stand, entwarf der Schreinermeister den neuen Hingucker für die evangelische Kirchengemeinde. Das Redepult wird am Ostersonntag zum ersten Mal im Gottesdienst zum Einsatz kommen. „Es passt super in unsere Kirche und korrespondiert mit seinen modernen Formen perfekt zu unseren neuen Fenstern“, freute sich Pfarrer Johannes Meier.

Zuerst wollte Reinhard Sandrock nicht so richtig, als er gefragt wurde, ob er Lust hätte, das neue Rednerpult zu gestalten. „Ich wollte nicht so ein klassisches, gerades Pult machen, ich wollte es wenn nach meinen eigenen Vorstellungen bauen“, erklärt der Schreinermeister. Man überzeugte ihn, ließ ihm alle Freiheiten und so entstand ein ganz besonderes Werk: Im Holz kann man zum Beispiel immer noch die Narben sehen, die der Stamm aus seiner Zeit als Weidestamm vom Stacheldraht davon gezogen hat. „Ich fand es irgendwie passend“, so Reinhard Sandrock weiter. Jeder könne darin sehen was er wolle, große Interpretationen wolle er keine geben. Seit Jahren gab es in der evangelischen Stadtkirche nur ein ganz schlichtes, graues Rednerpult, welches schon lange ausgetauscht werden sollte. „Seit ich in Sontra bin, wollte ich gerne ein neues Pult haben, uns haben für etwas Besonderes aber immer die Mittel gefehlt“, erklärt Pfarrer Johannes Meier. In einem Gottesdienst zum Gemeindefest im Sommer 2008 malten Pfarrer Johannes Meier und Pfarrer Martin Schacht während der Predigt bunte, christliche Symbole auf das triste, graue Pult. „Wir haben gedacht, wenn wir es anmalen bekommen wir schneller ein neues, da haben wir uns leider geirrt“, erklärt Meier lachend.

Der Ahornstamm wird ergänzt durch eine Stahlplatte, die von Rainer Petrasch gefertigt wurde. Im Ostergottesdienst um 6 Uhr morgens soll das neue Pult und eine neue Altarbibel nun zum ersten Mal zum Einsatz kommen. „Zuerst wird man das Pult nicht richtig erkennen können, da wir den Gottesdienst ohne elektrisches Licht feiern, aber mit der aufgehenden Sonne wird es dann erkennbar sein“, so Pfarrer Meier weiter. Im Anschluss an den Ostergottesdienst gibt es ein gemeinsames Frühstück im Gemeindehaus. Um 10 Uhr findet dann ein weiterer Ostergottesdienst mit Unterstützung des Kirchenchors statt.

Von Sonja Berg

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