Stadt Sontra stellt sich hinter betroffene Bauern

A-44-Ausbau bedroht Landwirte: Ersatzflächen dringend benötigt

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Der geplante Ausbau der A44 bei Sontra bedrängt einige Landwirte.

Sontra. Noch immer haben die Sontraer Landwirte, die durch den Ausbau der A 44 Teile ihrer Grundstücke einbüßen, keine Ersatzflächen erhalten. Mindestens fünf landwirtschaftliche Betriebe sind durch den geplanten Trassenverlauf in ihrer Existenz bedroht.

In einem Antrag der SPD-Fraktion wurde das Thema in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend thematisiert. Die Stadt Sontra stellt sich hinter die Betroffenen und fordert das Land Hessen dazu auf, geeignete Ersatzflächen bereitzustellen.

Einige Bauern würden bis zu 20 Prozent ihres Grundbesitzes durch den Autobahnausbau verlieren, teilt Sontras SPD-Fraktionsvorsitzender Detlef Nizold jetzt mit. Michael Stein (CDU) vertritt als Vorsitzender der Teilnehmergesellschaft „Flurbereinigung Sontra Mitte“ 120 Grundstückseigentümer, die direkt vom Trassenbau der A 44 betroffen sind. Er sagt: „Schon 2004 wurde den Landwirten vom damaligen Umweltminister Wilhelm Dietzel die Domäne Metzlar als Ersatzfläche zugesagt. Bislang ist erst ein Betroffener mit Flächen der Domäne entschädigt worden.“

Fläche bereits verpachtet

Das Problem: Das jetzt eingeforderte Gebiet mit einer Größe von rund 90 Hektar wurde vom Land Hessen im Jahr 2006 für einen Zeitraum von 18 Jahren neu verpachtet, sodass es zur Zeit nicht als Ersatzfläche zur Verfügung stehen dürfte.

Mittlerweile, so erklärt Stein, habe man ihm mitgeteilt, dass der Autobahnausbau bei Sontra ganz zum Erliegen kommen könnte. Man wolle keine weiteren Besitzein-weisungen vollziehen, bevor weitere Ersatzflächen zur Verfügung stehen. „Das hat ein Mitarbeiter des hessischen Wirtschaftsministeriums mitgeteilt“, sagt Stein.

Umso dringlicher werden zusätzliche Flächen benötigt, die den existenzgefährdeten Landwirten rechtlich zustehen. Im Interesse der 120 betroffenen Eigentümer hofft Stein, dass nun doch noch Flächen aufgetan werden, mit denen die Bauern einverstanden sind. Zumindest Hoffnung dafür besteht: „In persönlichen Gesprächen hat man vage angedeutet, dass sich in den kommenden Wochen eine annehmbare Lösung für alle Beteiligten abzeichnen könnte.“

Im Parlament diskutiert

Antragsteller Detlef Nizold sagte in der Sitzung: „Die Stadt Sontra sollte in dieser Angelegenheit ein deutliches Signal setzen und für die Bauern einstehen.“ Einstimmig wurde daher beschlossen, dass sich die Stadt Sontra beim hessischen Ministerpräsidenten und dem zuständigen Ministerium dafür einsetzen soll, dass die Bauern die Domäne Metzlar als Ersatzflächen erhalten.

Außerdem wurde die Angelegenheit an den Bau- und Planungsausschuss überwiesen, der auch gleichzeitig der A44-Ausschuss ist. In einer öffentlichen Sitzung sollen alle Betroffenen und Interessierte aus der Bevölkerung auf einen gemeinsamen Stand gebracht werden.

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