Bau der Autobahn 44: Landwirte warten weiter auf Ausgleich

Sontra. Die durch den Neubau der Autobahn 44 im Bereich Sontra betroffenen Landwirte haben auch wenige Tage vor dem geplanten Baubeginn noch keine Ausgleichsflächen erhalten. Mindestens fünf Betriebe sind dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Das Problem ist im hessischen Wirtschaftsministerium bekannt, wie aus einem Schriftverkehr hervorgeht, der unserer Zeitung vorliegt.

Demnach hat Ministerpräsident Volker Bouffier das Anliegen der Stadt Sontra aus dem Juni 2016, schnellstmöglich geeignete Ausgleichsflächen bereitzustellen, zur Kenntnis genommen. Ein Mitarbeiter des Ministeriums teilt mit: „Zur Entschärfung der Flächenproblematik finden derzeit Verhandlungen mit verschiedenen Beteiligten statt.“ Zwischenergebnisse könne man noch nicht kommunizieren. Eine Entscheidung soll bis Mitte August fallen. Der Leiter des Amts für Bodenmanagement Homberg, Uwe Koch, hat laut Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt mitgeteilt, dass erste Teilergebnisse vorlägen, die auf die Entschärfung der Flächenproblematik abzielen.

Martin Fuchs aus Sontra ist der erste Landwirt, dessen Grundstücke durch die A-44-Bauarbeiten beschnitten würden. Er bestätigt: „Eine Einigung über passende Ausgleichsflächen ist noch nicht erzielt.“ Fuchs verliert nach jetzigem Stand durch die Bauarbeiten rund 20 Hektar Land. Aus wirtschaftlicher Sicht müsste die Ersatzfläche entsprechend groß sein. Mehrere zerstückelte Teilflächen haben keinen Nutzen, sagt auch Michael Stein. Der hauptgewerbliche Landwirt aus Ulfen vertritt mittlerweile über 200 Grundstückseigentümer, die vom Bau der Autobahn im Bereich Sontra betroffen sind. „Wir haben unsere Anliegen deutlich gemacht. Jetzt liegt es an den Behörden.“ Dass man, wie vom Land angekündigt, bis Mitte August zu einer Übereinkunft kommt, hält Stein für unrealistisch. 

Mehr zum Thema in der gedruckten Samstagausgabe  

 

Kommentare