Mann mit sozialer Ader

Fritz Kurz ist Gründungsmitglied der Bürgerhilfe in Sontra

Menschen helfen zu können ist für Fritz Kurz besonders wichtig: Deshalb engagiert er sich von Anfang an bei der Bürgerhilfe, seit 2011 ist er zweiter Vorsitzender. Foto: Berg

Sontra. Wie wichtig die Rolle dieses Vereins für Sontra werden würde, konnte bei seiner Gründung im Jahr 2008 noch niemand ahnen: Die Bürgerhilfe Sontraer Land hilft bedürftigen Bürgern unter anderem mit Lebensmitteln und Kleidung. Fritz Kurz ist einer der Gründungsmitglieder des Vereins, er war zuerst Beisitzer und wurde 2011 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. „Für mich war damals klar, dass ich mich für den Verein engagieren werde, da ich sehr sozial eingestellt bin“, erklärt der Sontraer.

DIE MOTIVATION

Fritz Kurz lernte den Beruf des Industriekaufmanns und verkaufte später Versicherungen. Seit 2000 ist er wegen eines Unfalls in Rente. „Ich wollte meine Zeit schon immer sinnvoll nutzen“, erzählt Fritz Kurz über seine Motivation. Vor acht Jahren verstarb seine Mutter, die er lange Jahre betreute. Deshalb suchte er auch nach einer neuen Aufgabe und die Bürgerhilfe kam dabei genau richtig. „Zuerst wollte ich eigentlich nur normales Mitglied werden“, erinnert sich der zweite Vorsitzende. Von Anfang an war Fritz Kurz für die Lebensmittelausgabe verantwortlich.

DIE LEBENSMITTELAUSGABE

An vier Tagen der Woche gibt das Team der Bürgerhilfe Lebensmittelspenden an Bürger aus, die kein großes Einkommen haben. Die Lebensmittel werden von Märkten und Geschäften in der Region gespendet, die Bürgerhilfe holt die Spenden ab, sortiert sie anschließend und gibt sie aus. „Wir versorgen rund 130 Bürger bis zu zweimal die Woche“, so Kurz weiter. Zuerst hatte die Bürgerhilfe nur ein Ladenlokal angemietet, die ehemalige Buchhandlung Sandrock. „Ich habe damals gedacht, dass wir den Laden nie voll bekommen würden, ein Vierteljahr später war es allerdings schon so weit“, erinnert sich Fritz Kurz. Die Lebensmittelausgabe findet mittlerweile in der Lindenauer Straße statt, wo auch die Begegnungsstätte Blickpunkt ist.

Rund 50 Mitarbeiter engagieren sich regelmäßig und helfen bei der Ausgabe von Lebensmitteln oder Kleidern sowie bei der Abholung. „Es gibt viele Schicksale, die einen berühren und bewegen, da ist es besonders schön, wenn man helfen kann. Auch die Arbeit gerade mit den Flüchtlingen berührt mich sehr.“ Die Flüchtlinge, die in der Sontraer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht sind, werden sporadisch durch die Bürgerhilfe im Rahmen der Möglichkeiten mit Lebensmitteln, aber auch mit Kleidung versorgt. DIE SCHÖNEN MOMENTE 

Fritz Kurz ist die ganze Woche für die Bürgerhilfe aktiv, viermal die Woche bei der Lebensmittelausgabe, und darüber hinaus müssen Abläufe koordiniert werden. Auch bei Anfragen und Problemen steht er mit Rat und Tat zur Seite. Rückendeckung bekommt Fritz Kurz dabei von seiner Familie. „Ohne das Verständnis der Familie wäre das so gar nicht möglich“, erklärt Kurz. Das Besondere an der Mitarbeit bei der Bürgerhilfe seien die Momente mit den Menschen, denen man helfen kann, und den Mitarbeitern, wo schon echte Freundschaften entstanden sind.

DER KOMMUNALPOLITIKER 

Fritz Kurz ist seit 1989 kommunalpolitisch aktiv, außerdem Schriftführer im SPD-Ortsverein Sontra sowie Stadtrat. Im 13. Jahr fungiert er darüber hinaus als Ortsgerichtsvorsteher. Auch in vielen anderen Vereinen ist er Mitglied. „Man kann sich leider nicht überall einbringen, mein Hauptaugenmerk liegt auf der Bürgerhilfe, die das Meiste meiner Zeit einnimmt“, erklärt Fritz Kurz.

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