Die im Müllcontainer gefundenen Schlangen sind derzeit in Quarantäne in der Auffangstation Sontra

Ein neues zu Hause für Reptilien

Noch immer giftig: Diese Texas-Klapperschlange starb gestern. Die Ursachen für den Tod muss noch untersucht werden. Mit einem Schlangenharken holt Peter Wischnewski das Tier aus seinem Terrarium. Fotos: Sasse

Sontra. So ganz versteht Peter Wischnewski die Aufregung nicht. Er pflegt die Tiere der Reptilien-Auffangsstation in Sontra. Seit in einem Hausmüllcontainer in Friedlos bei Bad Hersfeld drei Schlangen gefunden wurden, ist das Interesse an der Auffangstation groß. Dabei sind die Regenbogen-Boa, die Madagaskar-Boa und die Albino-Kornnatter nicht die einzigen Tieren, die in dort Rettung gefunden haben.

Dazu zählt zum Beispiel eine Felsen-Python, die ein Bauer aus Ludwigsburg auf seinem Hof fand. Wischnewski kennt die Lebensgeschichte aller Tiere in der Auffangstation.

Doch nicht nur gefundene Tiere haben in Sontra ein zu Hause. Die Mitarbeiter beschlagnahmen auch Tiere und schulen Behörden, wie dies geht. Dafür gibt es einen extra Schulungsraum.

Beim Gang durch die Station sieht Wischnewski die Texas-Klapperschlange reglos im Sand liegen: Ihr Maul ist geöffnet und mit Sand gefüllt. „Die ist gerade gestorben“, sagt er und geht in den Nebenraum um einen Schlangenharken zu holen. „Es ist immer noch größte Vorsicht geboten“. Denn die Schlange ist noch immer giftig. Er wird den Kadaver nach Detmold schicken, ins Veterinäramt. Dort wird die Todesursache festgestellt.

Die drei Schlangen, die im Mülleimer gefunden wurden, sind noch im Quarantäne-Raum. Sechs bis acht Wochen bleiben die Tiere dort, bis sie in ihr eigentliches Terrarium kommen. Anhand von Kotproben untersuchen die Mitarbeiter der Auffangstation, ob die Tiere parasitenfrei sind. Dann versuchen sie sie zu vermitteln. Und wie geht den Schlagen? „Denen geht es ganz gut“, sagt Wischnewski. Der Vorteil sei, dass man die Tiere zeitnah gefunden habe. Die Temperaturen seien den Tieren zu kalt. „Eine Woche länger und sie wäre erbärmlich gestorben“. Eine Überlebenschance hätte nur die Kornnatter gehabt.

„Solche Leute versteh ich nicht“, sagt er und meint diejenige, die die Tiere in den Müllcontainer geworfen haben. Schließlich könne man sein Tier in der Auffangstation abgeben. Da kostet 25 Euro. Die Station kann bis zu 1000 Tiere aufnehmen. Derzeit leben dort 300 Tiere.

Der Zoo finanziert sich durch Spenden und Eintrittsgelder. Er ist täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr, geöffnet. Tierfreunde können eine Patenschaft für ein Tier übernehmen. Ein Tipp von Wischnewski: Wer selbst ein Reptil findet, solle ruhig bleiben und vom Tier weg bleiben. Zudem sollte die Polizei oder die Auffangstation informiert werden.

Von Lara Sasse

Kontakt: Mühlbergstraße 12, Sontra, Tel. 0 56 53/9 17 75 90.

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