Prozess wegen Vergewaltigung: Landgericht mildert Urteil ab

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Kassel/Sontra. Weil er seine langjährige Lebensgefährtin nach der Trennung in Sontra vergewaltigt hat, ist ein 56-Jähriger am Freitag vom Kasseler Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Damit senkte die Berufungsstrafkammer die Strafe, die das Amtsgericht in Eschwege im Dezember verhängt hatte, um ein halbes Jahr ab und ersparte dem Angeklagten so den Gang ins Gefängnis.

Offener als im ersten Prozess gab der Mann die Vorwürfe zu. Im September 2012 habe er seine 59 Jahre alte Ex-Freundin, mit der er trotz der beendeten Beziehung noch in einer Wohnung lebte, mit Gewalt zum Oralverkehr gezwungen. Und als die Frau ihm dabei, um sich zu wehren, in sein Geschlechtsteil biss, schlug und trat er sie bis zur Bewusstlosigkeit. „Ich hab das nicht geplant, ich wollte das nicht“, beteuerte der Mann – und machte seine Alkoholisierung und den Frust über die Trennung für die Tat verantwortlich.

Das Gericht sprach von einer „einmaligen Entgleisung“ des bis dahin unbescholtenen Angeklagten. Entscheidend für die Verringerung des Strafmaßes aber war die Bereitschaft des Mannes, seinem Opfer ein Schmerzensgeld zu zahlen. 2000 Euro hatte er bereits vor der neuerlichen Verhandlung überwiesen; weitere 1500 Euro sollen folgen. (jft)

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