Anwohner hatten neuen Standort gefordert

Sontras Parlament beschließt Bau einer Rettungswache trotz Protesten

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Eine gemeinsame Wache für Feuerwehr und den Rettungsdienst Arbeiter-Samariter-Bund soll in Sontra gebaut werden.

Der Bau einer gemeinsamen Wache für die Wichmannshäuser Feuerwehr und den Rettungsdienst Arbeiter-Samariter-Bund ist trotz Protesten einiger Anwohner beschlossen. Hierfür wird der Bebauungsplan für die Fläche im Höhenweg entsprechend geändert. Die erforderlichen finanziellen Mittel in Höhe von derzeit 724.500 Euro werden im Haushalt der Stadt Sontra 2017 eingeplant.

In ihrer Sitzung am Dienstagabend führte das Stadtparlament eine ausführliche und sachliche Diskussion über den Standort im Höhenweg. Erneut betonte Bürgermeister Thomas Eckhardt, dass die Fläche in dem Wohngebiet die einzige Möglichkeit sei – bis Ende des Monats müssen die Anträge auf Förderung bei Land und Kreis gestellt werden. Der zu  zahlende Eigenanteil liegt für die Kommune bei 550.100 Euro.

Die Wichtigkeit des Bauvorhabens sehen neben der SPD auch die übrigen Fraktionen. CDU-Mitglied Marco Haukwitz sagte: „Wir müssen schnell handeln, das ist allen klar. Es ist trotzdem wichtig, keine Bürger zu übergehen und ihre Befürchtungen ernstzunehmen. Klagen gegen das Projekt müssen vermieden werden“. 

Anwohner sind mit Standortwahl unzufrieden

Nicht genügend Parkplätze: Anwohner wie Tobias Riedl bemängeln, dass bereits jetzt nicht ausreichen Platz da ist. Durch die Rettungswache würde sich das noch verschlimmern.

Eine Gruppe von 20 Anwohnern hatte Anfang der Woche 400 Flyer in ganz Wichmannshausen verteilt und auf den aus ihrer Sicht ungeeigneten Standort aufmerksam gemacht. „Wir sind nicht gegen die Rettungswache. Aber der Standort ist sehr unpassend“, sagt Tobias Riedl. Er ist als Anwohner direkt vom Bauvorhaben betroffen. „Einsätze der Feuerwehr und des ASB finden zu über 90 Prozent außerhalb von Wichmannshausen statt. Das Gebäude gehört daher direkt an die B 27“, fordern die Anwohner. Ein Zeitverlust von mehreren Minuten könne so vermieden werden. 

Statt einer Rettungswache in direkter Nachbarschaft zögen die Verfasser des Schreibens vielmehr Parkplätze vor, um bei Veranstaltungen im nahegelegenen Dorfgemeinschaftshaus oder dem Museum im Boyneburger Schloss ein Verkehrschaos zu vermeiden. 

Im Flyer heißt es weiter: „Die Politik will uns bei der Standortwahl mal wieder übergehen“. Das wollte Sontras Bürgermeister am Dienstagabend so nicht stehen lassen: „Es haben viele Vorgespräche stattgefunden. Wir ermöglichen den größtmöglichen Beteiligungsprozess“. Gemeinsam mit den Anwohnern, die Eckhardt in den zukünftigen Prozess miteinbeziehen will, solle ein konstruktiver Dialog entstehen.

Wichmannshausens Ortsvorsteher Herbert Cebulla (SPD) machte deutlich: „Die Mitbürger können dankbar für schnelle medizinische Hilfe sein, die durch die Wache ermöglicht wird. In Notfällen zählt jede Minute.“ Die Stadt Sontra habe die jetzt zu bebauenden Grundstücke einst nicht für die Anlegung von Parkplätzen gekauft – „dafür waren sie zu teuer“. Eine neue Rettungswache sei ein Standortvorteil für Wichmannshausen.

Weitere Befürchtungen der Anwohner, und was sonst noch in der Stadtverordnetenversammlung los war, lesen Sie im E-Paper und der gedruckten Ausgabe der WR.

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