Dorfgemeinschaftshaus prall gefüllt

Roths Kaffeeklatsch: Auf Du mit Ex-Vizekanzler Franz Müntefering

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Sprachen über seine Karriere und natürlich die Politik: Staatsminister Michael Roth (rechts) hatte den SPD-Politiker und ehemaligen Vizekanzler Franz Müntefering ins Dorfgmeinschaftshaus nach Wichmannshausen eingeladen.

Wichmannshausen. Staatsminister Michael Roth (SPD) hatte zum Kaffeeklatsch geladen und brachte SPD-Politiker Franz Müntefering mit. 

Die Plätze im Dorfgemeinschaftshaus im Sontaer Stadtteil Wichmannshausen waren ohne Ausnahme belegt.

Nicht nur aus Sontra und Umgebung kamen die Gäste um den Spitzenpolitiker einmal ganz hautnah zu erleben.

Franz Müntefering zeigte sich sehr sympathisch und bürgernah, begrüßte die meisten Gäste zusammen mit Michael Roth mit Handschlag und ließ sich mit allen Besuchern fotografieren. Staatsminister Michael Roth stellte Müntefering im Anschluss an das gemeinsame Kaffeetrinken Fragen zu seiner Karriere, seinem Leben und der Politik. „Laufen gehen oder lange Spaziergänge im Grünen“, antwortete Franz Müntefering auf die Frage, was ihn entspannen würde.

Bewegung für Körper und Geist sei im Alter besonders wichtig, um lange fit zu bleiben. „Sich in den Liegestuhl legen und Kreuzworträtsel machen ist das falscheste was man tun kann, der Kopf muss was zu tun haben und man muss sich bewegen“, fügte der 75-Jährige an. 18-Jährigen gab er den Rat, sich einzumischen und das Leben so zu leben, wie sie es sich vorstellen. „Der Mensch ist nicht allmächtig, aber sich engagieren und einbringen lohnt sich“. An 44-Jährige gab er den Rat, dass persönlicher Erfolg im Beruf gut sei, aber dass man sich im beruflichen Ehrgeiz nicht verlieren solle.

Im Alter von 25 Jahren ist Franz Müntefering in die SPD eingetreten, im kommenden Jahr wird er sein 50-jähriges Parteijubiläum feiern. „Ich stamme aus einer sehr katholischen Familie und Gegend, wo es neben der deutschen Zentrumspartei und der CDU nicht viel anderes gab“, so Müntefering. Als Neunjähriger stellte er mal die Frage, was die SPD sei und bekam zur Antwort, dass dies evangelische Flüchtlinge seien. „Nach wie vor finde ich, dass die SPD ein Glücksgriff für die deutsche Geschichte ist“. Über seine Beziehung zu Johannes Rau, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder berichtete er im Anschluss. „Von Johannes Rau habe ich gelernt, dass das Wichtigste, was man braucht, Vertrauen ist. Johannes Rau hat nicht vordergründig über Politik geredet. Er ist menschlich gewesen, so hat er die Menschen am besten erreicht“, erzählte Franz Müntefering. Der 75-Jährige war unter anderem Bundesminister für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, Bundesminister für Arbeit und Soziales, Vizekanzler und Parteivorsitzender der SPD.

Staatsminister Michael Roth lädt in seiner regelmäßigen Reihe „Roths Kaffeeklatsch“ prominente Gäste in die seine Heimatregion ein, um mit den Bürgern vor Ort ins Gespräch zu kommen. Kaffee und Kuchen wurden vor Ort vom SPD-Ortsverein organisiert. 

Von Sonja Berg

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