Vortrag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland an Adam-von-Trott Schule

Adam-von-Trott Schule: Vortrag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Das Leben seiner Vorfahren: Abiturient Marcel Isinger beschäftigte sich im Rahmen seiner Jahresarbeit mit seiner Vergangenheit und berichtete am Donnerstag zusammen mit Jakob Fischer von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland darüber. Foto: Berg

Sontra. „Deutsche aus Russland, Geschichte und Gegenwart“, mit diesem Thema haben sich die neunten und zehnten Klassen der Adam-von-Trott Schule in Sontra am Donnerstagvormittag beschäftigt.

Jakob Fischer von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland war vor Ort, um mit den Jugendlichen über das Thema zu reden. Die Schule wurde auf Jakob Fischer aufmerksam, weil Schüler Marcel Isinger seine Jahresarbeit im Fach Deutsch zu diesem Thema schrieb und zu Jakob Fischer Kontakt aufnahm um Informationen von ihm zu erhalten. „Meine Familie wanderte vor vielen Jahren von Deutschland nach Russland aus, 1992 kamen meine Eltern und Großeltern aus Kasachstan zurück nach Deutschland, ich selbst bin ich hier geboren und konnte mit der Geschichte meiner Familie wenig anfangen. Das hat sich jetzt geändert“, erklärt Marcel Isinger seine Beweggründe für die Arbeit den Schülern.

„Schreiben sie ihre Eltern, Großeltern sowie ihre Urgroßeltern auf, zusammen mit deren Geburtstsorten, sie werden sehen, dass ihre Familien auch nicht immer hier gewohnt haben“, erklärte Referent Jakob Fischer, „Arbeit, Krieg oder die große Liebe sind und waren die Hauptgründe für Umzüge“. Rund 19 Prozent der Deutschen, das sind etwa 15 Millionen, haben einen Migrationshintergrund, bei dem die Eltern oder Großeltern nicht aus Deutschland stammen. Fischer zeigte den Schülern Prominente wie Sängerin Helene Fischer oder Boxweltmeisterin Christina Hammer aus Sontra, die ebenfalls Russlanddeutsche Vorfahren haben.

Alte Traditionen

In seiner Jahresarbeit beschäftigte sich Marcel Isinger mit verschiedenen Traditionen wie Glauben, Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen seiner Familie und befragte dafür seine Eltern und Großeltern. Dabei fiel ihm auf, dass dieses alte deutsche Traditionen sind, die seine Familie in Russland und Kasachstan aufrecht erhielten und die heute in Deutschland vergessen wurden. „Es geht hierbei auch darum, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen, in dem wir den Schülern die Hintergründe genau erklären“, sagte Jakob Fischer.

„Ich werde mich jetzt auf jeden Fall weiter mit der Geschichte meiner Familie, die ja auch meine eigene Geschichte ist, beschäftigen, jeder sollte seine Geschichte kennen“, so Isinger, der gerade sein Abitur schreibt.

Am Abend fand an der Adam-von-Trott-Schule noch ein Begegnungsabend für die Eltern sowie Bürger aus Migrantenfamilien statt, bei dem Jakob Fischer die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland, Geschichte und Gegenwart“ zeigte und es zudem eine kulinarisch und kulturelle Vorstellung gab.

Von Sonja Berg

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