Regierungspräsidium kündigt 300 Menschen für kommende Woche an

Sontraer Feriendorf ist bereit für Flüchtlinge

Sontra. Nach monatelanger Planung sollen in der kommenden Woche bis zu 300 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung im Sontraer Feriendorf einziehen.

Unterkunft für Flüchtlinge im Sontraer Feriendorf bereit

Das Regierungspräsidium (RP) meldet ab Montag und Mittwoch jeweils 150 freie Plätze, wie Mario Mißler vom dortigen Stab für Aufbau und Betreuung der Erstaufnahmeeinrichtungen am Mittwoch beim Ortstermin gegenüber der WR bestätigte. „Das bedeutet nicht, dass direkt voll belegt wird“, sagt Michael Conrad, Sprecher des RP in Kassel, „erfahrungsgemäß geschieht das Zug um Zug, um für alle Beteiligten den Stress so gering wie möglich zu halten“. Dauerhaft belegt werden nicht alle 48 Bungalows im Feriendorf. Einzelne dienen als Krankenstation, Rückzugsort für Frauen und Ausweichunterkunft bei Konfliktfällen. Insgesamt soll Platz für 480 Menschen sein.

In den vergangenen Tagen haben Bauarbeiter letzte Aufgaben erledigt. So schirmt ein 1,8 Kilometer langer Bauzaun das Gelände ab, zusätzliche Stromleitungen bringen aufgestellte Container ans Netz, und die Bungalows sind dank neuer Trennwände besser unterteilt. „Die meisten Arbeiten hier wurden von Unternehmen aus unserer Region übernommen“, sagt Einrichtungsleiter Karl Schreiber.

Besonders zwei größere Probleme galt es zu lösen: Die Datenübertragung wird jetzt mithilfe eines Satellitentelefons gewährleistet. Sie ist unabdingbar bei der Registrierung der Ankömmlinge. Zudem wurde in Richtung der Tennisplätze ein zusätzlicher Rettungsweg geteert.

Rückfahrten zur zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen sind nicht nötig. Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kommen ins Feriendorf, um dort gemeinsam mit den Flüchtlingen Asylanträge zu erstellen. Erste ärztliche Untersuchungen und Impfungen finden in Rotenburg statt. Für den Transport sorgt ein Sontraer Fuhrunternehmen.

Kommentare