Im Rahmen der Trophäenschau

50 Sontraer Jäger üben Kritik an Hessens Jagdpolitik

Große Ausstellung: Zur diesjährigen Trophäenschau der Hegegemeinschaft Sontra kamen über 50 Jagdgenossen, unter anderem aus Holland und anderen Bundesländern. Foto:  privat

Am Samstag, 30. April, dem Tag vor Aufgang der Jagd auf den Rehbock, trafen sich die Jäger der Hegegemeinschaft Sontra, um Fazit zum vergangenen Jagdjahr zu ziehen.

Nach klangvoller Einstimmung durch die „Ringgauer Jagdhornbläser“ unter Leitung von Rainer Schmidt konnte der Leiter der Hegegmeinschaft Sontra, Wolfgang Brunner, über 50 Teilnehmer begrüßen. Angereist waren auch auch Pächter aus Holland, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im gut besetzten Saal des Hotels Link wurden der Wildbestand, die Reviere und die Rahmenbedingungen der Jagd in der Region ausgiebig besprochen.

Kritik an Landesregierung Hessens

„Die Jagd ist unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft und leistet ein hohes Engagement in Natur und Umwelt“, sagte Brunner. In seinen Ausführungen übte er deutliche Kritik an der derzeit verhängten Jagdpolitik der Landesregierung in Wiesbaden. Dabei stand die durch die Behörden viel zu spät geforderte Hasentaxation, die auf Grund der fortgeschrittenen Zeit und des Vegetationsbewuchses nicht mehr oder nur unzureichend zu erledigen ist, im Vordergrund. Brunner forderte deutliche Änderungen der Jagdverordnung zur Entlastung der Jäger, „denn Jagd soll Praxis sein und kein statistisches Zählwerk“.

Knebelung der Jägerschaft

„Wir Jäger sind mündige und erfahrene Leute und brauchen keine Bevormundung durch die Politik im Rahmen von politischen Bündnissen“, war die beherzte Aussage des Leiters Wolfgang Brunner, der deutlich seinen Unmut über die Knebelung der Jägerschaft zur Kenntnis gab.

Im Rahmen der anstehenden Neuwahl des Vorstandes wurde der gesamte Vorstand wiedergewählt. „Wir setzen uns gern für die Jägerschaft ein, auch wenn es manchmal schwierig ist, bedingt durch die zum Teil weite Dislozierung der Pächter und Jäger. Es ist eine Arbeit in und für die Gemeinschaft, die am Ende doch noch Früchte trägt, und die Jagd ihren Stellenwert behält. Wir danken für das entgegengebrachte Vertrauen der Jäger, diese beherzt weiter nach außen zu vertreten“, sagte Horst Karges als stellvertretender Leiter der Hegegemeinschaft.

Mit dem Verblasen der Strecke und breitgefächertem Meinungs- und Erfahrungsaustausch beendete man die Veranstaltung in diesem Jahr, mit der Vorfreude auf die beginnende Saison der Bockjagd. (jpf)

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