100 Jahre TSV Wichmannshausen

Sport diente als Befreiung

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Wichmannshausen. Mit einem festkommers läutete der TSV Wichmannshausen die Sportwoche ein. Das erste Wochenende war gleich richtig vollgepackt.

Sein Großvater besorgte das erste Reck für den Turn- und Sportverein Wichmannshausen. Kein Wunder, dass Otto von Boyneburgk sich bereit erklärte, für die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum die Schirmherrschaft zu übernehmen: „Unsere Familie fühlt sich seit jeher mit dem Verein verbunden“, sagte der Baron, als er zum großen Festkommers im vollbesetzen Zelt sprach. „Ich freue mich sehr darüber, dass über die Hälfte der Einwohner des Dorfes ebenfalls die Mitgliedschaft besitzen.“

Das sei ein Ausdruck des guten Zusammenhalts und auch der Notwendigkeit zur sportlichen Betätigung. Gleichzeitig erinnerte der Schirmherr an die Gründungszeit des Vereins: „Sport war damals Ausgleich für die schwierigen Lebensumstände, eine Sehnsucht nach Befreiung“, so Otto von Boyneburgk. Es sei eine Besonderheit, dass damals gleich Turn- und Fußballabteilung existiert hätten. Im Laufe der Jahrzehnte seien viele weitere Sportarten hinzugekommen und sorgten für ein umfangreiches Bewegungsangebot für alle Generationen. Dass der Verein so breit aufgestellt ist, lobten auch die zahlreichen weiteren Ehrengäste in ihren Grußworten.

Landrat Stefan Reuß räumte ein, dass in Wichmannshausen besonders der Fußball im Mittelpunkt stehe, was auch mit der Namensgebung der vereinseigenen Sporthalle zum Ausdruck komme: Uwe Seeler steht hier Pate, er kam zur Taufe höchstpersönlich in den Werra-Meißner-Kreis: „Das war natürlich ein echtes Highlight unserer Vereinsgeschichte“, sagte Vorsitzender Uwe Bartholmai. Er freute sich sehr über die Glückwünsche und Präsente der Gäste. Kreisfußballwart Horst Schott überreichte Plaketten vom hessischen Fußballverband, aber auch vom Deutschen Fußballbund: „So eine Auszeichnung geben die nicht einfach so heraus“, sagte er bei der Übergabe, „500 Euro haben sie auch noch dazu gepackt.“ Ortsvorsteher Herbert Cebulla lobte aus persönlicher Erfahrung den Sportsgeist und die Kameradschaft: „Hier kommt nicht der Ellenbogen zum Einsatz, hier wird Integration betrieben“, sagte er.

So lief das erste Sport-Wochenende beim TSV Wichmannshausen

 

Für die Stadt sprachen Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Mutter und Stadtrat Alwin Hartmann. Sie würdigten insbesondere das hohe ehrenamtliche Engagement und die Bedeutung des Sportvereins für die Dorfgemeinschaft, genau wie Landtagsabgeordneter Dieter Franz und Landtagskandidatin Lena Arnold. Bundestagsabgeordneter Michael Roth schloss sich an, unterstrich aber, dass der Verein auch eine ausreichende finanzielle Unterstützung brauche, um überhaupt so funktionieren zu können. Der Ehrenpräsident des hessischen Turnverbandes gratulierte ebenso herzlich wie Turngau-Vorsitzende Renate Hüther, Sportkreis-Vorsitzender Siegfried Finkhäuser und Tischtennis-Kreissportwart Reiner Schröder. (ms)

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