Konkrete Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt

Stadt will Bahnhof kaufen: Schandfleck in Sontra soll verschwinden

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Ist im Moment nicht sehenswert: Der Sontraer Bahnhof wurde in der Vergangenheit immer wieder von Vandalismus heimgesucht. Jetzt möchte die Stadt zumindest das Hauptgebäude (Foto) von der Deutschen Bahn kaufen.

Sontra. Die Außenwände beschmiert, alle Fenster vernagelt: Zugreisende dürften derzeit einen schlechten ersten Eindruck von Sontra erhalten. Seit Jahren steht das außerhalb der Kernstadt gelegene Bahnhofsgebäude leer, das Gelände verwildert. Ungewiss war die zukünftige Nutzung des Trakts. Jetzt kommt Bewegung in die Angelegenheit.

Ende der Woche führte Bürgermeister Thomas Eckhardt konkrete Gespräche mit der DB-Immobilien-GmbH in Frankfurt. „Wir haben unser Interesse geäußert, das Bahnhofsgebäude zu kaufen“, sagt Eckhardt. Dabei gehe es in erster Linie um Imagepflege. Nicht nur dem Bürgermeister ist es ein Anliegen, dass der Schandfleck verschwindet. Es gibt jetzt laut Eckhardt zwei Möglichkeiten: Entweder die Stadt kauft lediglich das Bahnhofsgebäude, das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde, samt Vorplatz (4492 Quadratmeter Fläche) oder dazu auch noch das Nebenareal mit mehreren angrenzenden Lagerhallen (9118 Quadratmeter Fläche).

Parlament diskutiert Thema

Für das Vorhaben stünden noch bis Ende des Jahres rund 150 000 Euro Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm des Landes Hessen zur Verfügung, die für gestalterische oder investive Maßnahmen am Bahnhof genutzt werden könnten. Eckhardt sagt: „Zuvor muss das Thema natürlich im Kommunalparlament behandelt werden. Hierfür bietet sich die nächste Stadtverordnetenversammlung am 13. September an.“ Dann soll zumindest ein geschätzter Kaufpreis vonseiten der DB vorliegen, damit die Abgeordneten das Thema diskutieren können.

Erschwerter Gleiszugang

Abgesehen von dem negativen optischen Eindruck gibt es ein womöglich größeres Problem, das die Stadt Sontra zu lösen versucht: Derzeit können die Regionalzüge Richtung Eschwege nicht barrierefrei erreicht werden. Fahrgäste müssen zunächst eine Unterführung mit zwei steilen Treppen überwinden, um ans entsprechende Gleis zu gelangen. Auch hier müsse sich etwas tun, meint der Bürgermeister. „Diese Ist-Situation stört uns am meisten. In Nordhessen sind wir aus baurechtlicher Sicht einer der rückständigsten Regional-bahnhöfe. Für gehbehinderte oder -benachteiligte Menschen ist der aktuelle Zustand untragbar.“ Eine Verbesserung der Situation könnte durch eine Rampe oder Aufzüge herbeigeführt werden. Gemeinsam mit dem NVV und der Deutschen Bahn wolle man eine nachhaltige Aufwertung der Sontraer Anbindung ans Schienennetz erreichen.

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