Vor 70 Jahren wurde Madonna von Stalingrad gemalt

Das Bild zeigt eine sitzende Frauengestalt, die ähnlich einer Schutzmadonna unter ihrem Mantel ein Kind birgt, dieses liebevoll ansieht und ihm Schutz und Geborgenheit gibt. Die Darstellung trägt die Umschrift „1942 Weihnachten im Kessel – Festung Stalingrad – Licht, Leben, Liebe“. Gezeichnet wurde das Bild mit Holzkohle auf die Rückseite einer Landkarte.

Wichmannshausen. Vor 70 Jahren malte der Pfarrer und Arzt Kurt Reuber die Madonna von Stalingrad. Am Samstag wird Reubers Tochter Ute Tolkmitt über ihren Vater berichten.

In einem Unterstand im Kessel von Stalingrad zeichnete der Truppenarzt mit Kohle auf die Rückseite einer russischen Landkarte das Bildnis, das viele der Soldaten anbeteten und das ihnen Hoffnung gab.

Das Bild gelangte 1943 mit einem der letzten Flugzeuge aus dem Kessel durch einen schwer verwundeten Offizier in die Hände der Familie ins Pfarrhaus nach Wichmannshausen. Die Familie übergab das Bild 1983 auf Anregung von Bundespräsident Karl Carstens der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Dort hängt es als eine Anregung für Gedenken und Gebet und als eine Erinnerung an die Gefallenen und Mahnung zum Frieden. Reuber selbst starb 1944 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Der Kasseler Kurt Reuber, der ab 1933 Pfarrer in Wichmannshausen war und in dieser Zeit auch sein Medizinstudium in Göttingen abschloss, war Zeit seines Lebens auch der Malerei angetan.

Am Samstag findet um 16 Uhr im Kurt-Reuber-Gemeindehaus in Wichmannshausen die Gedenkveranstaltung statt. Um 17.30 Uhr beginnt die Andacht in der St. Martinskirche.

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