Sontraer Mediziner haben sich für die Notdienste mit Ringgau und Waldkappel zusammengetan

Ärztliche Bereitschaft: Mehr Ärzte, aber größeres Gebiet 

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Für die Landärzte im Raum Sontra, Waldkappel, Ringgau werden die Dienste seltener, die Anfahrtswege jetzt aber weiter.

Seit dieser Woche ist der ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) im Raum Sontra, Ringgau und Waldkappel neu strukturiert. Die Gebiete Sontra/Cornberg/Nentershausen sowie Ringgau und Waldkappel wurden zusammengelegt. Damit wurde aus bisher drei ÄBD-Bezirken einer. „Möglicherweise müssen die Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen“, sagt der der Obmann der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thomas Meister.

Sontra. Die personelle Situation der Sontraer Bereitschafts-Mediziner hat sich im Sommer dramatisch verschlechtert.  Von ehemals acht Ärzten standen innerhalb kurzer Zeit nur noch fünf Mediziner für die Nacht und Wochenenddienst zur Verfügung. Die Bereitschaft beginnt montags, dienstags und donnerstags um 18 Uhr, mittwochs und freitags um 12 Uhr. An den Wochenenden müssen die Ärzte rund um die Uhr erreichbar sein.

„Durch den Ausfall der drei Kollegen hat sich für die übrigen Kollegen eine deutlich erhöhte Arbeitsbelastung ergeben“, erklärt Meister die Gründe für die Zusammenlegung. Gerade in den „urlaubsstarken Monaten“ Mai bis August sowie an den Feiertagen sei es zu Schwierigkeiten gekommen.

Bereits im Frühsommer hatten die verbliebenen Ärzte zusammen mit den Allgemeinmedizinern aus Ringgau und Waldkappel einen Antrag auf Zusammenlegung der drei Bezirke gestellt. Die KVH stimmte dem Wunsch der Ärzte zu.

Seit dem 1. Oktober stehen jetzt wieder mehr Ärzte zur Verfügung. Das Einsatzgebiet der Helfer hat sich jedoch deutlich vergrößert. Über 80 Prozent Fläche sind hinzugekommen. Statt auf 192 Quadratkilometern bewegen sich die Ärzte jetzt auf 355 Quadratkilometern. Dafür haben sie seltener Bereitschaftsdienst.

Auch der neue Bezirk Sontra/Cornberg, Nentershausen/Waldkappel/Ringgau hat sich der einheitlichen ÄBD-Telefonnummer 0180/5 01 12 40 angeschlossen. Welche Arztpraxis gerade dienstbereit ist, erkennt man durch die kostenlose Servicenummer nicht. Die Patienten werden in ein Callcenter durchgestellt und eventuell weiterverbunden. Dieses Prozedere funktioniere in Waldkappel und Ringgau bereits sehr gut, sagt KV-Obmann Meister. „Bisher hat es weder bei Ärzten noch bei Patienten zu Misstönen geführt.“

Von Tobias Stück

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