Wohltätigkeitskonzert des Heeresmusikkorps 2

Weizenbier für die Zugabe

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Das Konzert der Profimusiker war mit zahlreichen Showeinlagen bestückt, hier schwenken Soldaten Wunderkerzen. Zur „Kleinen Kneipe in unserer Straße“ prosteten sie sich mit Bierflaschen zu.

Sontra. Mit 48 Musikern rückte das Heeresmusikkorps 2 aus Kassel am Mittwoch Abend in das ausverkaufte Sontraer Bürgerhaus ein.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer den hohen Stellenwert des jährlich stattfindenden Wohltätigkeitskonzertes für die Stadt. „Der Vorverkauf ist mittlerweile ein Selbstläufer, vielleicht auch wegen der grauen Uniformen, die in der Stadt schmerzlich vermisst werden“, sagte Schäfer.

Zudem kommen bei dem Benefizkonzert regelmäßig Beträge zusammen, die Sontra den gemeinnützigen Organisationen in solcher Höhe nie zur Verfügung stellen könnte. Das Musikkorps begann sein Konzert ganz traditionell mit einem Marsch. Oberstleutnant Reinhard Kiauka, der nicht nur das Korps seit viereinhalb Jahren leitet, sondern auch durch den Abend führte, wusste zu jedem Musikstück etwas zu erzählen.

Anhand solcher Informationen war es auch klassisch weniger versierten Zuschauern möglich, in Tschaikowskis Ouvertüre Solennelle die Reiterei herauszuhören. Dadurch begeisterte neben der hohen musikalischen Leistung der Musiksoldaten auch die Reise, auf die das Musikkorps die Zuschauer immer wieder mitnahm. Dass Marschmusik nur ein Bereich im Repertoire ist und die Musiker schlichtweg alles spielen können, zeigte sich spätestens beim „Harry- Belafonte-Medley“.

Xylophon-Solo beim Wilhelm- Tell-Galopp.

Kiauka versprach, die Zuschauer damit aus dem tristen Novembergrau in die Karibik zu entführen. Als die Soldaten im grauen Dienstanzug dann zu Rassel und Bongotrommel griffen und die Dämpfer in ihre Trompeten einsetzten, erkannte auch der Letzte im Saal, dass ein Heeresmusikkorps mehr kann, als im Gleichschritt hinter der Truppenfahne zu marschieren.

Bei der ZDF-Hitparade verwandelte sich Stabsfeldwebel Udo Seifert abwechselnd in verschiedenste Schlagerstars. Auch vor einem Katja-Ebstein- Cover schreckte er zum Amüsement der Zuschauer nicht zurück. Mit der Hitparade erreichten die Soldaten sicher alle Generationen und eigentlich sollte dieser Teil das Ende des Konzerts sein.

Doch Schäfer konnte Kiauka und seinem Orchester mit dem Angebot „Zwei alkoholfreie Weizen für drei Zugaben“ noch eine Verlängerung für die begeisterten Zuschauer abringen. Am 27. November 2013 kommen die Musiker wieder nach Sontra.

Von Wolfram Skupio

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