Nabu Werra-Meißner fordert Windkraftflächen im Pfaffenbachtal zurückzustellen

Windkraft nicht notwendig

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Sontra. Der Naturschutzbund Werra-Meißner (Nabu) empfiehlt, die Windkraft-Planungen für die Fläche nördlich der Sontraer Stadtteile von Diemerode und Heyerode vorerst zurückzustellen.

Das geht aus einer Stellungnahme des Vorsitzenden des Nabu Werra-Meißner Konrad Volkhardt an den Magistrat der Stadt Sontra hervor. Die vorgelegten Kartierungen seien unvollständig und einseitig. So lange keine wirkliche Notwendigkeit zum Bau von Windkraftanlagen in diesem Gebiet bestehe, solle man vorerst darauf verzichten, sagt Volkhardt.

Die Stadtverordnetenversammlung von Sontra hat der Änderung des Flächennutzungsplans zugunsten von Windkraftanlagen im Pfaffenbachtal zugestimmt. Damit ist noch keine Entscheidung getroffen, ob die Windräder gebaut werden. Die Fläche nördlich von Diemerode und Heyerode wird in die Anhörung und Offenlegung des Regionalplanentwurfs gegeben. Dort sollen weitere Kenntnisse über eine endgültige Aufnahme als Vorranggebiet getroffen werden. die Fläche bei Diemerode/Heyerode mit der Regionalplanung abgestimmt und genehmigungsfähig. Die Obere Naturschutzbehörde hatte Bedenken, die Fläche auszuweisen, um den Rotmilan zu schützen. Für die Milane, die ihre Brutplätze um die Planungsfläche bei Heyerode haben, soll Fürsorge geleistet werden. Zu den Zeiten, in denen die Landwirte ihre Wiesen mähen, sollen jeweils für drei Tage ab Schnittbeginn die Anlagen abgeschaltet werden, weil die Rotmilane in diesem Zeitraum das Grasland verstärkt nach erschlagenen Tieren absuchen.

Der Nabu befürchtet die Verscheuchung von Rotmilan und Schwarzstorch in diesem Areal und bedauert, dass die Obere Naturschutzbehörde Schwarzstorch-Beobachtungen nicht für nötig hält. Darüber hinaus spricht Volkhardt von einem Ausverkauf und gewaltige Beschneidung der Natur. Diese Landschaft sei das Kapital des Werra-Meißner-Kreises. „Das Tafelsilber gibt man nicht für risikoreiche Abenteuer preis“, sagt Volkhardt. Zurzeit bestehe allerdings keine Dringlichkeit zum Bau der Anlagen. Die Inanspruchnahme von zwei Prozent der Landesfläche sei im Werra-Meißner-Kreis ohnehin nicht anwendbar. Volkhardt richtete deshalb einen Appell an die Sontraer Politiker: „Erhalten Sie diesen wertvollen Lebensraum.“

Von Tobias Stück

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