Sontra bestellt eigenen Prüfer für die Feuerwehrmitglieder oder zahlt 1000 Euro

Zuschuss für den Führerschein

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Größer werdendes Problem: Die Einsatzgruppenmitglieder, die nach dem 1. Januar 1999 den Führerschein gemacht haben, dürfen Feuerwehrfahrzeuge über 3,5 Tonnen nicht mehr fahren. Und die Autos werden immer schwerer.

Sontra/Eschwege. Die Feuerwehren in Sontra brauchen Mitglieder, die die Einsatzfahrzeuge bewegen dürfen. Deshalb hat der Magistrat beschlossen, vier qualifizierte Feuerwehrkameraden als Einweiser und einen Feuerwehrmann aufgrund seiner beruflichen Vorkenntnisse als Fahrlehrer zum Prüfer auf Widerruf zu bestellen. Dabei geht es um Feuerwehrfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen.

In Sontra übernimmt die Feuerwehr die Schulung selbst. Karl-Heinz Bauer ist von Beruf Fahrlehrer und wird für die Freiwillige Feuerwehr Sontra zum Prüfer. Vier Feuerwehrmitglieder stehen ihm als Einweiser zur Verfügung. Alle müssen seit mindestens zwei Jahren einen Führerschein besitzen, dürfen nicht mehr als drei Punkte haben und müssen ein Führungszeugnis vorlegen. Für das Schulfahrzeug sind die Veränderungen nicht gravierend. „Wir mussten nur zusätzliche Spiegel montieren und ein Fahrschulschild anbringen“, sagt Sontras Stadtbrandinspektor André Bernhard. Geschult wird mit dem vor zwei Jahren angeschafften Auto in Berneburg. Mit Mitgliedern aus Breitau, Berneburg und Blankenbach beginnt jetzt die Schulung.

Eine kreisweite Regelung gibt es nicht. In Eschwege beispielsweise bildet die Feuerwehr nicht selbst aus. „Ein Auto umzubauen, Ausbilder und Prüfer zu bestellen lohnt sich für uns nicht“, sagt Stadtbrandinspektor Lothar John. Mit der Stadt Eschwege haben sie ein Abkommen, dass die Kommune zwei Drittel des Führerscheins bezahlt, das Mitglied ein Drittel. Wichtiger sind für die Eschweger Einsatzkräfte die Lkw-Führerscheine (CE). Ein Großteil der Fahrzeuge aus der Kreisstadt dürfen nur mit dieser Fahrerlaubnis bewegt werden. Auch hier zahlt die Stadt seit 2000 zwei Drittel der Ausbildungskosten, maximal aber 1650 Euro. Zwei Führerscheine bezuschusst Eschwege pro Jahr. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Lothar John. „Jeder Zweite hat bei uns einen Lkw-Führerschein.“

Auch in Sontra gibt die Stadt 1000 Euro zum CE-Führerschein dazu, wenn das Mitglied die Prüfung bestanden hat. „Wir brauchen die Fahrer“, sagt André Bernhardt. Sechs Autos wiegen über 7,5 Tonnen, neue werden kommen. 18 Feuerwehrmänner haben die Fahrerlaubnis schon, sechs haben in den vergangenen Monaten die Förderung der Stadt in Anspruch genommen.

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