Arbeiten an Brücke bei Waldkappel sollen aber weitergehen

Baustopp an der A 44 nach Firmen-Insolvenz

Waldkappel / Hessisch Lichtenau. Wegen der Insolvenz der österreichischen Baufirma Alpine ruhen die Arbeiten an Teilen der Autobahn 44 zwischen Kassel und Eschwege.

Betroffen ist die Rauschenbergbrücke bei Waldkappel, an der die Arbeiten nach knapp einer Woche Stillstand in den kommenden Tagen aber weitergehen sollen, sagte Reinhold Rehbein, A-44-Projektleiter bei der Straßen- und Verkehrsbehörde des Landes Hessen-Mobil.

Ob es durch die Insolvenz von Alpine zu längeren Verzögerungen kommt, sei nicht absehbar. Hessen-Mobil sei derzeit bemüht, mit dem bestellten Sachwalter Arndt Geiwitz in Kontakt zu treten, sagte Rehbein. Allerdings sei Geiwitz erst seit Ende letzter Woche tätig und müsse sich einen Überblick verschaffen.

Das Brückenbauwerk Rauschenberg sei zu etwa 80 Prozent fertiggestellt, sagte Rehbein. Restarbeiten seien noch zu erledigen. Der Auftrag dafür an Alpine habe ein Volumen von etwa 10 Millionen Euro, die stückweise nach Erbringung der jeweiligen Leistungen abgerechnet würden, sagte Rehbein. Bevor Geld fließt, würden die erbrachten Arbeiten zunächst überprüft.

Sollten sich weitere Arbeiten verzögern, habe dies kaum Auswirkungen auf andere Abschnitte der A 44, sagte Rehbein. Die Arbeiten am angrenzenden Tunnel Küchen hatten wegen Klagen von unterlegenen Bieterfirmen sowieso mit etwa einem Jahr Verspätung begonnen.

Eine weitere Alpine-Tochterfirma ist laut Rehbein in einer Arbeitsgemeinschaft am Schulbergtunnel bei Hessisch Lichtenau tätig. Diese sei nach jetzigem Stand nicht von der Insolvenz betroffen.

Gegen mögliche finanzielle Schäden sichern sich Bund und Land als Bauherren durch Ausfall- und Gewährleistungsbürgschaften ab, die Firmen vor Beauftragung vorweisen müssen. Allerdings liegen die Bürgschaften im einstelligen Prozentbereich vom Auftragsvolumen.

Zulieferer bei Laune halten

Alpine-Management versucht auch Versorgung der A-44-Baustellen zu gewährleisten

Eine Zukunft hat Alpine in Österreich nicht mehr. Am Wochenende wurde beschlossen, das Unternehmen dort zu zerschlagen. Auswirkungen auf die Töchter in Deutschland und damit auch auf die Bauarbeiten an der Autobahn 44 habe das nicht, sagte Patrick Hacker, Sprecher des Sanierungsexperten Arndt Geiwitz, der das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung des deutschen Alpine-Ablegers als Sachwalter begleitet.

Gespräche mit potentiellen Investoren liefen weiter. Auch seien Löhne und Gehälter der 1500 Mitarbeiter in Deutschland durch Insolvenzgeld gesichert, sagte Hacker. Deswegen gebe es keinen generellen Baustopp. Entscheidend ist aber, wie die Zulieferer-Firmen reagieren. Darüber werde ebenso verhandelt, „damit an den Baustellen die Versorgung mit Material funktionieren kann und die Arbeiten durchgeführt werden können“, sagte Hacker. „Parallel werden selbstverständlich auch Gespräche mit den Bauherren geführt.“

Hessen-Mobil habe bisher vergeblich versucht Kontakt aufzunehmen, sagte A-44-Projektleiter Reinhold Rehbein. „Wir wollen schnell wissen, wie es weitergeht.“ Alpine-Töchterfirmen arbeiteten nur an der Brücke Rauschenberg und am Schulbergtunnel. Zwar habe eine verspätete Fertigstellung der Brücke bei Waldkappel keine direkten Auswirkungen auf andere Bauabschnitte.

Aber das Bauwerk sei bereits fest eingeplant. So soll in den kommenden Monaten Erde vom Tunnel Küchen darüber transportiert werden. Könne man die Brücke nicht nutzen, weil sie nicht fertig ist, müsse ein Alternativplan her, sagte Rehbein.

Unklar sind die Auswirkungen der Insolvenz auf den Schulbergtunnel. Die Arbeiten dort gingen weiter, so Rehbein. Deswegen stünde einer baldigen Fertigstellung erstmal nichts im Wege.

Von Claas Michaelis

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