Christoph Saakel besorgt Kindern Milch vom Landwirt um die Ecke

+
Mit Milch in der Hand: Sandra und Christoph Saakel aus Bischhausen setzen sich dafür ein, dass es im örtlichen Kindergarten ab sofort Milch vom Bauern um die Ecke gibt. Auch die eigenen Kinder Henri (5) und Juli (2) gehören zu den Trinkern.

Bischhausen. Christoph Saakel zahlt künftig die Differenz zwischen Billig-Milch und der Milch vom Bauern um die Ecke für den örtlichen Kindergarten. Er will ein Zeichen setzen.

„Viele Leute reden über das Tu’s-hier-Motto und bemitleiden die Landwirte am Existenzminimum, unternehmen aber nichts. Wir wollen jetzt ein Zeichen setzen“, sagt der 33-Jährige Bischhäuser.

Die Nähe zur Agrarwirtschaft ist Christoph Saakel quasi in die Wiege gelegt worden. Er arbeitet seit elf Jahren im Futtermittel- und Getreidehandel von Vater Eduard. „Ich bin also nah dran und habe täglich mit Bauern zu tun. Die Situation ist seit Jahren beklemmend. Immer mehr Betriebe machen dicht und der Milchpreis bleibt im Keller“, sagt Saakel.

Als er nun durch seine Kinder Henri (5) und Juli (2) mitbekommen hat, wie groß der Milchbedarf im Kindergarten ist, und, dass dort Billig-Milch gekauft wird, hat er sich zusammen mit seiner Frau Sandra ein Herz gefasst und die Aktion ins Leben gerufen. Sie läuft ab sofort auf unbestimmte Zeit. Abgerechnet wird monatlich.

„Am schönsten wäre natürlich, die Milch direkt beim Bauernhof zu kaufen und gar nicht den Umweg über Molkerei oder Supermarkt zu gehen. Aber das ist heutzutage nicht mehr möglich“, sagt Christoph Saakel. Denn was vom Preis am Ende im Milchviehbetrieb ankäme, sei verschwindend gering. Deswegen plant er, für den Kindergarten qualitativ hochwertige Milch verschiedener Hersteller beziehungsweise Marken zu kaufen, hinter denen nachweislich Landwirte aus der Region stehen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare