Vorführung des marktneuen Mähaufsatzes in Walburg

Distelschreck: Landwirt testet neue Sense auf  Getreidefeldern

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Maschinell ist besser als Handarbeit: Diplomagraringenieur Kurt Möller geht der Distelbekämpfung in seinen Getreideäckern lieber mit dem schwedischen Combcut nach.

Rechtebach. Langsam zieht er seine Kreise über das Getreidefeld, dicke Distelpflanzen recken noch ihre Köpfe gen Himmel. Ein Wusch-wusch und sie sind nicht mehr zu sehen. Diplomagraringenieur Kurt Möller ist zufrieden mit dem Ergebnis des schwedischen Unkrautmähers Combcut.

"Die Möglichkeiten des Biolandwirts gegen das Unkraut anzukämpfen sind begrenzt", erklärte der Waldkappler Landwirt. Mit Chemie darf ein Biobauer nicht gegen Disteln oder anderes Unkraut vorgehen. Es bleibt die mühevolle Handarbeit. Die Vorführung des marktneuen Mähaufsatzes fand auf seinen Getreideflächen in Walburg statt, in Hanglage werden hier Sommergerste und Hafer angebaut.

Die Disteln stehen hier gut im Saft, aber nachdem die Distelsense über das Feld gefahren ist, sind sie nicht mehr zu sehen. Die Blütenstände sind abrasiert worden, können sich so nicht mehr aussäen und vermehren. Fachmann Gert Kurz von Landmaschinen Fröhlich in Ottrau schätzte, dass durch die Verhinderung des Aussäens der Distelbestand um 80 Prozent eingedämmt würde. Für den Landwirt bedeute dies eine höhere Getreideernte. Der Aufsatz sei auch gegen andere Unkräuter wirksam und werde im Moment auf verschiedenen Äckern eingesetzt. "Nächste Woche wird er auf einem Kartoffelacker getestet, wo der Fuchsschwanz wuchert", berichtet der Vorführer.

Wichtig ist, dass der Landwirt bei der Nutzung das richtige Tempo wähle: für einen dichten Bewuchs dürfe man nur 5 km/h fahren, bei weniger maximal 12. Ein weiteres Manko: Sobald Erbsen mit ausgesät wurden, versagt der Kammscherer aber, weil die dicken Stängel das Gerät verstopfen.

Am Feldrand sieht man Zweifel auf den Gesichtern der Zuschauer. Der Mäher arbeite zu unsauber, beim Sensen verliert man zusätzlich zu viel Getreide. "Genauso viel wie man gewinnt, verliert man durch die Anwendung", so ein Beobachter.

Kurt Möller ist überzeugt von der Maschine, die um die 20.000 Euro kostet. Er habe aber, mit gerade einmal 30 Hektar Ackerland, zu wenig Fläche man brauche mindestens 150 Hektar. Der überzeugte Biolandwirt ist sich sicher, dass er eine Gemeinschaft für die Anschaffung findet. "In der Biolandwirtschaft ist sie Pflicht", so Möller. (zge)

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