Mit Hygienestation, Infrarotkamera, 2500-Liter-Tank und Lichtmast

Im Detail: Feuerwehr Waldkappel stellt ihr neues Einsatzfahrzeug vor

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In ganzer Breite: Das neue Staffellöschfahrzeug mit einem Wert von insgesamt 280 000 Euro ist der Stolz der Freiwilligen Feuerwehr Waldkappel. Finanzielle Unterstützung leistete das Land Hessen bei der Ausrüstung.

Waldkappel. Erst Mitte Mai wurde es offiziell in Betrieb genommen, seitdem rückte die Freiwillige Feuerwehr Waldkappel schon achtmal zu Einsätzen mit ihrem neuen Staffellöschfahrzeug aus. Wir stellen die feuerrote Neuanschaffung im Detail vor:

Das Einsatzfahrzeug verfügt über einige technische Raffinessen, war mit 280 000 Euro Anschaffungskosten ziemlich teuer und ist auf Einsätze auf der Autobahn und in Tunneln spezialisiert. 

Das neue Staffellöschfahrzeug wird nicht nur zum Löschen eingesetzt, wie man aufgrund des Namen vermuten könnte. Im vorderen Teil befindet sich eine Mannschaftskabine, die insgesamt neun Kameraden, einer kompletten Löschgruppe, auf dem Weg zu Einsätzen Platz bietet.

2500-Liter-Tank

Der Großteil der Ladefläche wird von einem Tank mit 2500 Litern Fassungsvermögen eingenommen. Bei Einsätzen auf der Autobahn muss die zuständige Feuerwehr mit einem Löschwasser-Reservoir von mindestens 3600 Litern ausrücken können. Diesen Wert erfüllt die Wehr aus Waldkappel mit zwei Fahrzeugen.

Stauraum für Einsatzutensilien

Die Retter werden zu den unterschiedlichsten Einsätzen gerufen - entsprechend vielseitig müssen sie ausgerüstet sein. Das Staffellöschfahrzeug hat viele Fächer für Zubehör. Untergebracht werden hier zum Beispiel Kettensägen, Absperrvorrichtungen, Erfrischungsgetränke sowie 200 Meter Schlauchleitungen.

Feuerwehr Waldkappel stellt ihr neues Einsatzfahrzeug vor

Ausfahrbarer Lichtmast

Bei Einsätzen in der Dunkelheit spenden sechs LED-Lampen in einer Höhe von bis zu fünf Metern ausreichend Helligkeit. Der Lichtmast ist auch in dunklen Tunneln nützlich.

Schaummischanlage

Feuer werden mit einem Gemisch aus Wasser und Schaum bekämpft. Stadtbrandinspektor Dieter Sandrock erklärt: „So brechen wir die Oberflächenspannung des Wassers. Die Flüssigkeit kann dann leichter zum eigentlichen Brandherd vordringen. Das ist ein Vorteil, der sich zum Beispiel bei Strohballenbränden bemerkbar macht.“

Hygieneboard für direkt nach dem Einsatz

Weil sich Feuerwehrmänner und -frauen direkt nach dem Einsatz zumindest grob reinigen müssen, verfügt das Staffellöschfahrzeug über eine eigene Hygienestation mit Desinfektionsmittel und fließendem Wasser.

Atemschutzgeräte

Sechs Atemschutzgeräte, die vom Land Hessen finanziert wurden, kommen bei der Bekämpfung von Tunnelbränden zum Einsatz. Sie versorgen die Retter bis zu 80 Minuten lang mit Atemluft.

Infrarotkamera

Diese 7000 Euro teure Anschaffung ist besonders wichtig. Sie zeigt an, wo sich mitunter verletzte Menschen aufhalten, gleichzeitig kann man mit der Infrarotkamera Brandherde ausfindig machen.

Suchstöcke

Sie sehen zunächst aus wie Blindenstöcke und haben auch eine ganz ähnliche Funktion - mit Suchstöcken tasten die Kameraden ab, ob sich unter Autos Personen befinden. Das erweist sich an schwer zugänglichen Unfallstellen als hilfreich.

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