Gerhard Jacob hört nach 47 Jahren in der Waldkappeler Stadtverwaltung auf

Verlässt nach 47 Jahren seinen Schreibtisch im Waldkappeler Rathaus: Gerhard Jacob. Foto:  Deppe

Waldkappel. Gerhard Jacob hat 47 Jahre lang bei der Stadtverwaltung in Waldkappel gearbeitet - jetzt hört er auf. Vom Bürgermeister kam viel Lob für die Arbeit.

Die Diskussionen der Waldkappeler Stadtverordneten waren am vergangenen Freitag gerade beendet, doch das gemeinsame Weihnachtsessen musste noch etwas warten. Denn statt Gänsebraten servierte Bürgermeister Adam zunächst noch eine gute Portion Lobeshymnen. Die galten seinem Mitarbeiter Gerhard Jacob, der zum Jahresende nach 47 Jahren in der Stadtverwaltung in den Ruhestand geht. „Mit ihm verlieren wir unsere größte Datenbank“, lobte Adam das Fachwissen des 63-Jährigen.

Niemals zuvor war ein Mitarbeiter im Waldkappeler Rathaus so lange beschäftigt. Jacob hatte sich 1968 um eine Ausbildung als Verwaltungsangestellter beworben. Schon während seiner Anfangszeit im Ordnungsamt arbeitete er parallel auch in anderen Bereichen, sodass Adam am Freitag konstatieren musste: „Das einzige, was wir jetzt nicht mehr schaffen, ist ihn eine Trauung vornehmen zu lassen.“ Prägend für Jacob war aber vor allem die Zeit als Leiter der Bauverwaltung, die er 1990 übernahm.

Das größte Projekt seiner Laufbahn war der Bau des Kultur- und Verwaltungszentrums in Waldkappel, das von der Verwaltung im Jahr 1995 bezogen wurde. Die Errichtung der vielen Kanal- und Wasserleitungen sowie die Straßenwiederherstellungen in den Stadtteilen bearbeitete er nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern auch bei widrigen Witterungsverhältnissen vor Ort auf den Baustellen. Der Bürgermeister lobte zudem Jacobs Verhandlungsgeschick. „Wenn wir noch mal irgendwo nachbessern mussten, haben wir immer Gerhard Jacob vorgeschickt. Der hat dann das Bestmögliche für die Stadt herausgeholt.“

Von Adams Worten zeigte sich Jacob beeindruckt. „Ich kann es zwar nicht so beurteilen, aber ich scheine ja einen guten Job gemacht zu haben“, sagte er, „aber ab jetzt mache ich nur noch, worauf ich Lust habe.“ Dazu gehört, Zeit mit seinen drei Enkeln zu verbringen, für die er fortan nicht mehr nur der „Wochenend-Opa“ sein möchte. Respekt zollten dem jahrzehntelangen Schriftführer des Bau- und Planungsausschusses sowie stellvertretenden Schriftführers der Stadtverordnetenversammlung auch die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Waldkappeler Parlament, sodass Jacob schon einige Tage vor Weihnachten reich beschenkt den Heimweg antreten konnte.

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