Angela Waldeyer arbeitet seit Jahresbeginn bei der evangelischen Jugendpflege Waldkappel

Den Glauben erlebbar machen

Hat bei Null angefangen: Religionspädagogin Angela Waldeyer hat die Jugendarbeit in Waldkappel wieder ins Rollen gebracht. Foto: Ziemann

Waldkappel. Angela Waldeyer bezeichnet sich selbst als Alltagschristin. Und deshalb fällt es ihr auch leicht, ihren Schützlingen die christlichen Werte täglich zu vermitteln. Denn die studierte Religionspädagogin arbeitet seit Anfang diesen Jahres bei der evangelischen Jugendpflege in Waldkappel.

Bei Null angefangen

Dort stand sie erstmal vor dem Nichts. „Mein Arbeitsplatz war nicht eingerichtet, ich hatte weder einen Computer, ein Telefon oder einen Drucker“, erzählt die 58-Jährige. Nicht nur ihr Büro hat sie sich selbst aufbauen müssen – auch bei der Jugendarbeit hat sie bei Null angefangen. Zu ihren ersten Handlungen gehörte unter anderem die Einrichtung eines offenen Treffs. Immer dienstags, von 14 bis 19 Uhr, können alle Kinder und Jugendlichen dazu in das evangelische Gemeindehaus in Waldkappel kommen und bei den verschiedenen Aktionen - mal gibt es einen Schlemmertag und mal dreht sich alles um Musik - mitmachen.

Den ersten Kontakt zu Kindern und Jugendlichen in Waldkappel hat die studierte Religionspädagogin auf eher ungewöhnliche Weise hergestellt: „Ich bin einfach in den Schulbussen mitgefahren“, erzählt Waldeyer. „Dort kamen dann erste Gespräche zu Stande.“ In diesen musste sie sich auch gleich den kritischen Fragen der Jugendlichen zur Kirche stellen. „Manche wollten von mir wissen, ob wir auch Ausländer aufnehmen und ob die Kirche wirklich das ganze Geld der Leute verschleudert“, erzählt Waldeyer.

Bevor sie zur Jugendpflege in Waldkappel kam, hat Angela Waldeyer verschiedene Arbeitsbereiche kennengelernt. Nach ihrem Studium in Hannover hat sie unter anderem mit traumatisierten Kindern im Heim gearbeitet. „Das waren 18 harte Jahre“, erinnert sie sich zurück. „Heute wäre diese Arbeit für mich nicht mehr zu schaffen.“

Als die spannendste Zeit in ihrem Leben bezeichnet die 58-Jährige die Arbeit mit einem autistischen Mädchen in Hamburg, das sie über ein Jahr jeden Tag in der Schule begleitet hat. „Meine Aufgabe war, das Mädchen zu verstehen, zu unterstützen und ihr im Schulalltag zu helfen“, erzählt Waldeyer.

Wichtig ist für die Religionspädagogin, den Glauben für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen. „Die ganze Gesellschaft besteht aus christlichen Werten“, sagt sie. „Denn alle unsere Gesetze und Gebote sind daran angelehnt. Wenn einem das klar ist, kann man die Theologie jungen Menschen gut vermitteln.“

Von Theresa Ziemann

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